Cloppenburg - Die Grundschule Galgenmoor soll um vier Klassenräume erweitert werden. Der städtische Schulausschuss sprach sich einstimmig dafür aus. Allerdings macht die Erweiterung die Neuordnung der Schulbezirke notwendig.
Die Schülerzahlen in den nächsten Jahren steigen. Das zeigt sich insbesondere im Schulbezirk der Grundschule St. Andreas. Doch der Schulstandort sei „räumlich und aufgrund seiner begrenzten Außenflächen ausgereizt“, wie Stadträtin Stefanie Lübbers auf der Schulausschusssitzung erklärte. Die Verwaltung hat zwei Lösungsvorschläge erarbeitet: die Nutzung von Räumen an der Albert-Schweitzer-Schule oder die Erweiterung der Grundschule Galgenmoor.
Albert-Schweitzer Schule
Räume an der Albert-Schweitzer-Schule stünden erst ab dem Schuljahr 2026/2027 zur Verfügung. Hier prüfe aber der Landkreis (Schulträger) seine eigenen Bedarfe. Die Nutzung sei in den nächsten drei Jahren nicht möglich. Sollte der Kreis auch dann die Räume selbst benötigen, würden erst dann Planung und Bau für einen Anbau an der Grundschule Galgenmoor beginnen – frühstens in fünf bis sechs Jahren könnten Schüler einziehen. Solange will die Stadt nicht warten und unmittelbar mit den Planungen starten. Der Anbau sieht eine Spiegelung des „Neubau“-Traktes für vier Klassenräume und Nebenräume vor. Planungskosten wurden im Nachtrag für dieses Jahr bewilligt, für 2024 sind im Entwurf 470.000 Euro eingeplant, für 2025 und 2026 jeweils 940.000 Euro.
Schulbezirke
Notwendig wird aber die Neuordnung der Schulbezirke, die Varianten: a) Teilgebiete des Schulbezirks der GS St. Andreas werden dem Schulbezirk der Grundschule Galgenmoor fest zugeschlagen; b) Teilgebiete des jetzigen Schulbezirks der GS St. Andreas werden zu überlappenden Schulbezirken für die Grundschulen St. Andreas und Galgenmoor; c) die Schulbezirke beider Grundschulen werden komplett zu überlappenden Schulbezirken erklärt. Ein mit der Schulentwicklung beauftragter Arbeitskreis sprach sich für die komplette Überlappung aus. Damit hätten Eltern aus beiden Bezirken die freie Entscheidung, an welcher der beiden Schulen ihre Kinder angemeldet werden sollen. Zudem können sie auch die Paul-Gerhardt-Schule oder die Wallschule besuchen, für die das gesamte Stadtgebiet als Schulbezirk gilt.
Andreas Bonk (SPD/Linke) favorisierte eher eine Teilüberlappung und sieht die Gefahr, dass Kinder aus schwächeren Haushalten im Anmeldeprozess das Nachsehen hätten. Stadträtin Lübbers entgegnete, die Verwaltung habe noch keine Lösung favorisiert. Ingo Götting, Vertreter der Lehrerschaft, sagte, man habe lange diskutiert, letztlich für eine komplette Überlappung votiert, um Unruhe zu vermeiden.
Verkehr
Ortsvorsteherin Christine Dickerhoff verwies auf die zusätzliche Verkehrsbelastung im Bereich Königsee- und Bodenseestraße, die durch die 80 bis 100 zusätzlichen Schüler verursacht würden. Die Verkehrsführung solle überdacht werden. Zudem seien mehr Parkplätze für Lehrer notwendig. Perspektivisch müsse über eine Erweiterung der Turnhalle nachgedacht werden.
Für die Neuordnung wird nunmehr der Stadtelternrat beteiligt. Dessen Stellungnahme wird im nächsten Schulausschuss im kommenden Jahr vorgestellt.
