Ramsloh - Die Gemeinde Saterland kann derzeit keinen Jugendtreff anbieten. Der bisherige Treffpunkt im Pfarrheim sei aufgelöst worden, berichtet Saterlands Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die dortigen Räumlichkeiten hatte die Gemeinde von der katholischen Kirchengemeinde angemietet. Diese würden nun anderweitig benötigt. „Wir waren dort bislang Gäste und sind der Kirchengemeinde für das bisherige Angebot dankbar“, sagt der Bürgermeister.
Treffpunkt aufgelöst
Er hatte die Räumlichkeiten zudem für keine optimale Lösung gehalten. Diese hätte nicht immer genutzt werden können und die Jugendlichen hätten Rücksicht auf andere Nutzer nehmen müssen. Sie sollten sich jedoch an einem eigenen Ort frei ausleben können – und diesen schien die Gemeinde eigentlich schon gefunden zu haben. Wie berichtet, hatte die Gemeinde Saterland vor mehr als einem halben Jahr den Gastronomie-Bereich der ehemaligen Indoor-Kartbahn an der Industriestraße in Ramsloh angemietet. Auf der rund 300 Quadratmeter großen Fläche sollte ein Treffpunkt für Jugendliche entstehen.
Doch bislang hat sich nichts getan und das scheint auch vorerst so zu bleiben. Grund dafür sind Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde und dem Vermieter des Gebäudes, dem Unternehmer Wadim Polouchin. Wie Bürgermeister Otto berichtet, kommuniziere man derzeit über Anwälte. Der Vermieter habe zugesichert, gewisse Vorleistungen zu erbringen, darunter Elektrikarbeiten. Diese seien bislang nicht erfolgt. Außerdem gebe es unterschiedliche Auffassungen, was die Miete betreffe. Laut Otto, habe man einen Vertrag mit einer pauschalen Warmmiete abgeschlossen, in der Kosten für Strom und Gas mit einberechnet seien. Das sehe der Vermieter anders und verlange zusätzliche Zahlungen für Strom und Gas.
Von Verhalten enttäuscht
Wadim Polouchin ist dagegen vom Verhalten der Gemeinde enttäuscht. Er habe von seiner Seite aus alles erfüllt, was vereinbart worden sei, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Darüber hinaus habe die Gemeinde seit Monaten Zugang zu dem Gebäude, könne dort alles machen, was sie wolle. Jedoch habe sie noch nicht gemacht, was vereinbart worden ist. „Dass ich jetzt alles machen soll, finde ich nicht fair“, sagt Polouchin. Er würde sich zudem ein persönliches Gespräch mit der Gemeinde wünschen. Derzeit rede die Gemeinde nicht mit ihm – auch Anwaltsschreiben habe er noch nicht erhalten. Wenn die Gemeinde das Gebäude nicht mehr nutzen wolle, könne sie es auch wieder abgeben, so der Unternehmer.
Sollte es in nächster Zeit keine Einigung geben, sei eine Container-Lösung für einen Jugendtreffpunkt möglich, sagt hingegen Bürgermeister Otto. Er will sich darüber mit der Kommunalpolitik beraten. Die Container könnten in direkter Nähe zur ehemaligen Kartbahn aufgestellt werden, denn der Gemeinde gehört eine angrenzende Fläche, auf der sich bereits ein Skaterplatz, mehrere Calisthenics-Geräte und seit neuestem ein Soccerfeld befinden.
Neues Soccerfeld
Letzteres war bereits seit drei Jahren in Planung. Im vergangenen Sommer hatten schließlich die Bauarbeiten begonnen, die inzwischen abgeschlossen sind. Seit einigen Wochen kann das Soccerfeld bereits genutzt werden. Aktuell jedoch nur bei Tageslicht, da eine Beleuchtung noch geschaffen werden müsse, so der Bürgermeister. Rund 70 000 Euro hat die Gemeinde für das neue Soccerfeld investiert.
