Strücklingen - Mit dem Abriss von „Kallage’s Strücklinger Hof“ ist im Februar 2021 eine Ära zu Ende gegangen. Wo einst der beliebte Landgasthof an der Hauptstraße in Strücklingen stand, sollten eigentlich seit Frühjahr zwei neue Mehrparteienhäuser entstehen. Doch bislang hat sich auf dem Gelände nichts getan. Statt einer Großbaustelle wachsen auf der brach liegenden Fläche reichlich Wildkräuter und Unkraut – und das wird vorerst auch so bleiben.
„Nicht realisierbar“
Die Pläne des Investors liegen auf Eis. „Unter den derzeit gegebenen Umständen ist das Projekt nicht realisierbar“, sagt Wjatscheslaw Pankratz. Der Immobilienmakler aus Quakenbrück hatte den Strücklinger Hof mit seinem großen Außengelände vor mehr als zwei Jahren gekauft gehabt. Wie Pankratz noch im Januar dieses Jahres berichtet hatte, wollte er auf dem großen Grundstück ein neues Wohnquartier schaffen. Geplant waren zwei Mehrparteienhäuser – eines mit insgesamt zwölf Mietwohnungen und eines mit neun Eigentumswohnungen. Mehr als fünf Millionen Euro plante er zu investieren. Die Vorbereitungsarbeiten waren schon abgeschlossen. Ein Bauunternehmen hatte bereits ein Angebot abgegeben. Doch dann ließen die gestiegenen Baukosten und Zinsen das Projekt unwirtschaftlich werden.
Aktuell keine Käufer
Darüber hinaus gebe es derzeit auch keine Käufer für die Eigentumswohnungen. Der Markt sei zum Erliegen gekommen – auch Vermietungen gestalteten sich derzeit schwierig, sagt der Immobilienmakler. Ganz aufgegeben hat der Investor seine Pläne aber noch nicht. Das Grundstück soll in seinem Besitz bleiben. Ein Verkauf sei derzeit nicht geplant. Zudem sei die bereits erteilte Baugenehmigung fünf Jahre lang gültig. „Ein bisschen Zeit ist ja noch“, sagt Pankratz.
Den Strücklinger Hof bringt auch der Stopp des Bauprojektes nicht wieder zurück. Mehr als 150 Jahre lang war der Landgasthof an der Hauptstraße 640 in Strücklingen einer der Treffpunkte im Norden des Saterlandes gewesen, der auch über die Gemeinde hinaus bekannt war. Ende September 2020 war dann Schluss gewesen. Mit dem Eintritt in den Ruhestand hatten Maria und Bernhard Helmke, die den Strücklinger Hof zuvor 45 Jahre lang betrieben hatten, diesen geschlossen. Ein Nachfolger für den Gastronomie-Betrieb hatte sich nicht gefunden. 1863 war der Landgasthof, damals noch mit Manufakturwarenladen und Landwirtschaft, an der Hauptstraße errichtet worden. Für viele Vereine war er über Jahrzehnte auch Stammlokal gewesen.
