Barßel/Elisabethfehn - Pünktlich zum „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag, 10. September, konnten die Sanierungsarbeiten an der Ebkensschen Mühle in Barßel abgeschlossen werden. Das teilte jetzt einer der freiwilligen Müller, Franz Cloer, mit. Wie berichtet, waren schadhafte Steine ausgewechselt worden. Rund 60.000 Euro hatte die Gemeinde Barßel für die Sanierung aufgebracht.
Nun öffnet das Denkmal am Sonntag von 11 bis 17 Uhr wieder seine Türen für Besucher. Das Mühlenteam wird in der Zeit auch Führungen durch den dreistöckigen Gallerieholländer anbieten. Dabei kann bei der Barßeler Mühle auf eine wechselvolle Geschichte zurückgeblickt werden.
Blitz schlug mehrmals ein
Errichtet wurde die Mühle 1720 als Bockwindmühle, wie es auf der Homepage des Barßeler Mühlenteams heißt. Die Kirchengemeinde war Eigentümer. 1852 schlug ein Blitz ein, was dazu führte, dass sie aufgrund der starken Beschädigung abgerissen werden musste. Nur zwei Jahre später wurde dort eine zweistöckige Galerieholländer-Windmühle erstellt. Aber auch diese erlitt 1864 und 1887 Brandschäden. Während der erste seinerzeit noch ausgebessert werden konnte, wurden bei Letzterem der hölzerne Oberbau zerstört.
1890 wurde auch diese Mühle von einem Blitz getroffen und brannte bis auf den Ziegelunterbau ab. Neuer Eigentümer wurde Friedrich Ebkens. 1892 wurde dann ein Gallerieholländer in Massivbauweise, die Ebkenssche Windmühle, errichtet und der Sockel um ein drittes Stockwerk erhöht. Neu hinzu kamen Mahlgänge, zwei zum Schroten, einer zur Mehlherstellung sowie eine Ölschlaganlage. Wurden die Mahlwerke zunächst noch durch eine Dampfmaschine angetrieben, übernahm dies ab 1930 ein Elektromotor. Seit Juli 2019 gehört der Gemeinde Barßel das Grundstück mit Windmühle und den weiteren Gebäuden. Seit Oktober 2016 trägt die Mühle die offizielle Denkmalplakette des Landes Niedersachsen.
Kanalaufseher in früheren Zeiten
Ein weiteres Denkmal in der Gemeinde ist das alte Kanalwärterhaus in Elisabethfehn. Dieses stammt aus der Zeit, als es noch einen Kanalaufseher gab. „Bei der Besiedelung der Flächen entlang des Hunte-Ems-Kanals wurde von der Oldenburger Regierung ein Kanalaufseher zur Beaufsichtigung und Regelung der umfangreichen Vorschriften eingesetzt. Er wohnte in dem 1896 erbauten Kanalwärterhaus“, heißt es seitens des Moor- und Fehnmuseums, das 1986 in dem Kanalwärterhaus errichtet wurde. Daher beteiligt sich auch das Museum am „Tag des offenen Denkmals“. An dem Tag ist der Eintritt ermäßigt. Geöffnet ist das Museum ab 10 Uhr.
Das Museum liegt direkt am Elisabethfehnkanal, dem einzig noch durchgängig schiffbaren Fehnkanal Deutschlands und ist umgeben von einer Schleuse und Klappbrücken. Museum, Elisabethfehnkanal, Schleusen und Klappbrücken sind Kulturdenkmale. Über ihre Entstehung und Bedeutung kann man im Moor- und Fehnmuseum einiges erfahren. Außerdem beherbergt es eine fast vollständige Sammlung von Schwarztorfabbaumaschinen, die in Elisabethfehn entwickelt und eingesetzt wurden.
