Garrel - Das Haus ist fast fertig. Sechs Mieter werden zum 1. März in den markanten Neubau im Neubaugebiet Im Fange II an der Merlinstraße 2 einziehen. Auf ihren Internetanschluss werden sie aber wohl noch warten müssen. Bauherrin Marion Janßen kann das nicht verstehen, hatte sie sich doch schon frühzeitig um die Anschlüsse bemüht.
War sie zunächst davon ausgegangen, im Neubaugebiet würden Glasfaserleitungen verlegt werden, erhielt sie kurz später die Nachricht, dass daraus wohl nichts wird und stattdessen ein Richtfunkmast aufgestellt werden sollte.
Wie berichtet, möchte die Gemeindeverwaltung die gesamte Gemeinde mit Richtfunk ausstatten. In Garrel soll ein Mast bei der Feuerwehr aufgestellt werden – in Sichtweite zum Neubaugebiet Im Fange II. Auf ihre mehrfachen Nachfragen beim Unternehmen Emsland Tel, wann es denn losgeht, habe sie keine Antwort erhalten, bemängelt Marion Janßen.
Hin und Her
Ende Juli 2021 hatte die Bauherrin dann bei der Telekom einen Kupferkabel-Telefonanschluss beauftragen wollen. Die Antwort der Telekom: Sie verlege dort keinen Anschluss. Ein erneuter Rückschlag für die Garrelerin.
Nachdem sie wiederum die Gemeinde Garrel kontaktiert hatte, zeigte sich, dass in dem Neubaugebiet dann doch Glasfaser verlegt werden sollte – über die Glasfaser Nordwest, dem Konsortium von EWE und Telekom. Zur Freude von Marion Janßen, wenngleich sie in ihrem Neubau mangels Alternativen längst Kupferkabel hatte verlegen lassen.
Bis Ende 2021 sollten die schnellen Lichtwellenleiter durch die bereits verlegten Leerrohre geschossen werden, hatte sie Infos aus dem Bauamt der Gemeinde Garrel erhalten. Es passiert: nichts. Und das, obwohl die Glasfaser Nordwest mit einem Bezugstermin von Anfang Dezember für das Baugebiet Im Fange II rechnete.
Ende Januar macht Marion Janßen im Gespräch mit unserer Redaktion ihrem Ärger Luft: „Bis zum Einzug der Mieter sind es jetzt noch fünf Wochen. Aus jetziger Sicht werden sie kein Telefon und kein Internet zur Verfügung haben.“ Sie schaltete die Gemeinde ein, schrieb Bürgermeister und Bauamt an. In der letzten Januarwoche sollten tatsächlich die Glasfaser-Tarife bei der EWE und der Telekom gebucht werden können und anschließend zeitnah der Anschluss des Hauses erfolgen, bekam sie zur Antwort.
Doch auch diese Hoffnung zerplatzte. Stand jetzt wird eine Glasfaser-Verbindung frühestens am 1. Juli erfolgen, ärgert sich Marion Janßen über nicht eingehaltene Zusagen.
Glasfaser Nordwest
Offenbar ist es bei der Erschließung des Neubaugebiets zu Verzögerungen gekommen. Glasfaser Nordwest-Pressesprecherin Tomke Hollander erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion: „Grundsätzlich gilt, dass die Anbindung von Neubaugebieten komplizierter ist und dadurch länger dauert.“ Die Baumaßnahmen auf öffentlichem Grund seien aber nunmehr beendet und alles sei für eine Anbindung vorbereitet. Allerdings würden derzeit technische Optimierungen am Glasfasernetz durchgeführt.
Unter dem Strich bedeutet das: „Gemeinsam mit unseren Ausbaupartner gehen wir davon aus, dass die Anwohnerinnen und Anwohner ab Sommer einen funktionsfähigen Glasfaseranschluss erhalten“, heißt es.
Und bis dahin? „Unsere Vermarktungspartner EWE und Telekom stellen übergangsweise mobile 4G-Router zur Verfügung“, so die Pressesprecherin weiter. Diese garantierten, dass die Anwohner für den Übergang eine zuverlässige Internetverbindung zur Verfügung haben.
Bei den Ausbauprojekten Garrel-Mitte und Garrel-Zentrum, bei denen rund 2000 Glasfaseranschlüsse ausgebaut werden, liefen die Arbeiten voll im Plan und es gebe keine Verzögerungen, teilte die Pressesprecherin auf Nachfrage unserer Redaktion weiter mit.
