THüLE - Viel Polit-Prominenz war zu der Traditionsveranstaltung bei Pollmeyer gekommen. Gefeiert wurde bis in die Morgenstunden.

von Fritz kreyenschmidt

THÜLE - „Weißwurst oder Pinkel, das ist keine Alternative mehr“ – freimütig räumte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Ludwig Stiegler, gebürtiger Bayer aus Weiden und Ehrengast des 25. Jubiläumskohlessens des SPD-Ortsverbands Friesoythe in Pollmeyers Bauernstuben, ein: „Die Weißwurst schmeckt eher fad, Pinkelwurst hat dagegen Biss, und da ist Geschmack dran. Ich hab gefressen wie ein ‚Schlauderaff’ und bedauert, dass man ja auch mal satt wird“.

Auch auf dem SPD-Kohlessen trat der bekannte SPD Politiker mit seinem Markenzeichen, dem roten Pullunder, auf und äußerte sich mit viel Humor zur politischen Lage. Die große Koalition sei keine Liebesheirat gewesen, eher eine Zwangsehe aus Vernunft für Deutschland. Zu den nicht so guten Umfrageergebnissen der SPD meinte Stiegler: „Die Flitterwochen für die Bundeskanzlerin gehen auch bald vorbei, es kann nicht angehen, dass wir in der Küche sitzen und Zwiebeln schälen und die anderen kassieren die Trinkgelder“.

Die Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Friesoythe, Renate Geuter, erinnerte an die Geschichte des Kohlessens, zu dem sie über 280 Gäste begrüßen konnte. Ihr besonderer Gruß galt neben dem Ehrengast Ludwig Stiegler viel Politprominenz, darunter Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg, MdB Gabriele Groneberg, Matthias Groote, Mitglied des Europaparlaments aus Leer, MdL Frank Henry Horn, MdL Klaus Peter Poppe, MdB a.D. Hans-Peter Kemper sowie Karl Ravens, langjähriger Oppositionsführer im niedersächsischen Landtag und von 1974 bis 1978 Bundesbauminister in der Regierung Helmut Schmidt.

Ein besonderes Lob hatte Geuter für Günter Graf, den sie mit einer handgefertigten Silbermedaille mit dem Stadtwappen für sein langjähriges Engagement für das Kohlessen auszeichnete. „Ohne Günter gäbe es kein Kohlessen in dieser Form.“

Graf als Organisator des Festes dankte dem HGV und lobte die Friesoyther Geschäftsleute als großzügige Sponsoren, die die Tombola mit Preisen im Wert von fast 15 000 Euro ermöglicht hätten.

Zu den attraktiven Preisen gehörten unter anderem ein Motorroller, den sich Katrin Arkenau sicherte, sowie Fahrräder, komplette Computeranlagen, Fernsehgeräte, Stereoanlagen sowie mehrtägige Reisen nach Berlin, Straßburg und Hannover. Für Unterhaltung sorgte der Shanty Chor aus Barßel, dessen Mitglieder unter viel Beifall ihre blauen Halstücher gegen rote austauschten.

Ludwig Stiegler war von den Seemannsliedern, unter anderem wurde das Segelschulschiff Gorch Fock besungen, begeistert. „Wir Bayern träumen immer von der Nordseeküste, dem Matrosenleben und großen Seefahrten. Dies ist ein rundum gelungenes Fest“, betonte der Bayer, ehe er sich verabschiedete.

Bei Rhythmen der Live-Band und bester Stimmung feierten die Genossen mit ihren „schwarzen Brüdern und Schwestern“, wie Stiegler zu Anfang die Nichtgenossen begrüßte, bis in die Nacht.