Thülsfelde - So etwas gab es hier bis vor 15 Jahren weit und breit nicht – einen Kletterwald. Doch dann starteten Ruth und Wolfgang Placke mit eben solch einem bis dahin recht unbekannten Projekt an der Thülsfelder Talsperre. Das Ehepaar eröffnete am Stausee den Kletterwald Nord. Der damalige Mut wurde belohnt. Es entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte. Jährlich kommen rund 20 000 Besucher an die Talsperre, um auf dem Gelände in der Nähe des Auslaufbauwerks zu klettern.

„Wir blicken sehr zufrieden auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Wir sind hier von den Menschen toll aufgenommen worden und der Kletterwald hat sich toll etabliert“, sagte Wolfgang Placke im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Standort sei ideal und man habe die Entscheidung nie bereut.

Eigentlich könnte es nicht besser laufen, wäre da nicht die Corona-Pandemie. „Das stellt uns in diesem Jahr natürlich vor eine besondere Herausforderung“, sagte Placke. Die Saison hätte ja auch schon längst starten sollen. Der Start musste aufgrund der Corona-Krise aber verschoben werden. „Doch jetzt kann es endlich wieder losgehen“, sagte Placke. An diesem Samstag, 16. Mai, werden erstmals wieder Besucher erwartet.

„Es gibt viele neue Elemente. Vor allem für Kinder haben wir viel gemacht“, sagte Placke. Auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern gibt es zehn Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen mit insgesamt 131 Kletterelementen wie Netzbrücken, Bohlen, Schaukeln, Seilbahnen, Surfbrettern und Tarzan-Sprüngen aus einer Höhe von ein bis 15 Metern.

Auch auf die Vorgaben bezüglich Corona haben sich Geschäftsführerin Ruth Placke und das gesamte Team vorbereitet. So dürfen sich nur eine beschränkte Anzahl an Gästen in dem Kletterwald aufhalten. Nur Einzelpersonen, Paare, Hausgemeinschaften und Familien können Tickets buchen. Gruppen oder Schulklassen sind derzeit noch nicht erlaubt. Aufgrund der behördlichen Registrierungspflicht sind vorerst auch nur Online-Buchungen möglich. Spontane Besucher haben aber die Möglichkeit, Tickets per Handy zu kaufen. Atemschutzmasken sind mitzubringen.

Die maximale Anzahl der gleichzeitig Kletternden in der Anlage ist auf 120 Personen beschränkt. Auf den Plattformen darf sich immer nur eine Person aufhalten. Bei der Einweisung ist die Gruppengröße auf maximal 15 Personen reduziert. Das Anziehen der Gurte erfolgt durch die Kletternden selbst. Die Betreuer stehen helfend bereit. Nach der Einweisung ist das Klettern ohne Atemschutzmaske erlaubt – solange die Abstände eingehalten werden.

Finanzielle Einbußen werden es in diesem Jahr auf jeden Fall geben, sagte Placke, „aber die Freude darauf, dass es endlich wieder losgehe, überwiegt eindeutig“.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)