Sedelsberg - In der kommenden Woche könnte es wieder passieren: Aufnahmestopp für Katzen im Tierheim in Sedelsberg. Dort leben aktuell fast 90 Katzen und es werden mehr abgegeben als vermittelt, sagt Tierheim-Leiterin Karina Göbel. Die Einrichtung an der Friesoyther Straße ist damit an der Grenze ihrer Kapazitäten. Der Container vor dem Haus, mit dem im vergangenen Jahr weiterer Platz geschaffen wurde, sei „komplett voll bis obenhin“.
Viele kranke Katzenjunge
„Wir haben ganz viele Kitten, die ein schönes Zuhause suchen“, sagt Göbel. Jegliche Farbvariationen und Charaktere seien darunter.
Die Katzenschwemme ist jedes Jahr zu beobachten. Vor allem Katzenwelpen werden in Sedelsberg abgegeben. Manche seien erst zwei bis drei Wochen alt, sagt Göbel. „Das ist hart.“
Überwiegend seien die Kitten krank, hätten Augenentzündungen oder Katzenschnupfen. Am häufigsten sei Pilz. „Das ist nicht schön mit anzusehen. Manche kann man leider nicht retten.“ Zum Beispiel ein „Würmchen“, das 300 Gramm schwer mit Lungenentzündung kommt.
Am 8. August ist Weltkatzentag und Katzenfreunde feiern die Liebe zu den schnurrenden Vierbeinern. Gleichzeitig soll der Tag auf Missstände aufmerksam machen, zum Schutz und zu artgerechter Haltung ermahnen.
15,7 Millionen Katzen leben laut einer Studie in deutschen Haushalten. Damit ist die Katze das beliebteste Haustier. Hunde (10,7 Millionen) folgen auf Platz zwei. Kurios: „Hund“ wird auf Google deutlich häufiger gesucht als „Katze“.
„Das Elend könnte man verhindern, wenn man die Katzen kastrieren lässt“, sagt Göbel, und betont: „auch die Kater“. Denn hier liege der Grund für die Katzenschwemme: fehlende Kastrationen. „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen.“ Zum einen, weil Katzenhalter im Landkreis Cloppenburg dazu verpflichtet sind, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Und zum anderen, weil das Tierheim auch Kastrationsgutscheine ausgebe. Katzenhalter, die sich eine Kastration nicht leisten können, bekämen hier Hilfe.
Wer ein Katzenjunges kaufen möchte, sollte vorher einige Dinge bedenken, rät Göbel. „Das Tier hat man die nächsten zehn, 15 Jahre.“ Wenn man eine Hauskatze halten möchte, sollte man mindesten zwei nehmen. „Katzen sind keine Einzelgänger, sondern gesellige Tiere.“
Zudem sollte man damit rechnen, dass die Kleinen rumtoben und auch die neue Couch zerpflücken könnten. Und die künftigen Halter sollten sich überlegen, was mit dem Tier passiert, wenn sie in den Urlaub fahren.
Fünf herrchenlose Hunde
Bei den Hunden ist die Lage im Tierheim aktuell entspannter. Fünf Tiere sind vor Ort, neun Plätze gäbe es. Welpen sind keine darunter. Häufig würden die Tiere abgegeben, weil die Besitzer umziehen, sagt Göbel.
