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Tinyhouses aus Friesoythe Sehr, sehr erfolgreich mit sehr, sehr kleinen Häusern


Tinyhouse-Bauer Christian Koopmann aus Friesoythe zählt zu den Finalisten beim Gründerpreis Nordwest 2022. Die Nachfrage nach kleinem, nachhaltigem Wohnraum ist groß.
Eva Dahlmann-Aulike

Tinyhouse-Bauer Christian Koopmann aus Friesoythe zählt zu den Finalisten beim Gründerpreis Nordwest 2022. Die Nachfrage nach kleinem, nachhaltigem Wohnraum ist groß.

Eva Dahlmann-Aulike

Friesoythe - Noch sieht es rund um Christian Koopmanns nagelneue Werkhalle an der Gottlieb-Daimler-Straße im Gewerbegebiet Ost II in Friesoythe sehr nach Baustelle aus. Erst in dieser Woche ist er mit seiner Firma Tinyhouse Koopmann umgezogen. Doch in der Halle mit drei großen Toren steht schon wieder ein fast fertiges Kleinsthaus. Die Jury des Gründerpreises Nordwest überzeugte die Entwicklung der Firma so sehr, dass es Koopmann unter 86 Bewerbern unter die zehn Besten schaffte. Dafür gab es am Dienstagabend in Leer zwar keinen Preis, aber doch eine Urkunde.

Große Nachfrage

Die Nachfrage der Kunden nach kleinem, unabhängigem, nachhaltigem Wohnraum ist ungebrochen. Koopmanns Kunden kommen aus allen Ecken Deutschlands, um sich auf 20 bis maximal 40 Quadratmetern Wohnraum zu verwirklichen. Junge Leute, Familien mit Kindern, aber auch Alleinstehende 50+, die sich bewusst von zu viel Besitz trennen wollen – Koopmanns Kunden kommen aus allen Schichten. „Ich glaube, das wird so bleiben. Bei den Baupreisen. Und die Leute wollen nicht mehr so groß bauen“, sagt der 27-jährige Tischlermeister. Und: „Wir bauen inzwischen fast nur mit Baugenehmigung.“

Gründerpreis Nordwest

Seit 2014 wird der Gründerpreis Nordwest an Unternehmer vergeben, die innerhalb der vorangegangenen fünf Jahre eine Firma eröffnet haben. Ausgezeichnet werden sowohl kleinere als auch größere Unternehmen. Für die ersten drei gibt es Geldpreise, außerdem einen Sonderpreis für Kleingründungen.

Schirmherrin und Jury-Mitglied ist die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann aus Leer, die auch Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ist. Weitere Jurymitglieder stellen die Sponsoren aus der Finanzbranche, darunter Vertreter der Sparkassen Leer-Wittmund und Emsland, Kanzleien für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung aber auch Technologie-Unternehmen.

Das heißt: Die kleinen Häuser stehen zwar auf einem Trailer mit Rädern und könnten von ihrem Bauplatz wegbewegt werden. Aber sie werden für längere Zeit auf einem ausgewiesenen Baugrund angeschlossen und erfüllen alle Anforderungen, die auch moderne Massivhäuser erfüllen müssen. Das einzige verrückte in Deutschland: „Wenn man das Tinyhouse wegbewegt, ist das wie ein Abriss“, sagt Koopmann. Da gibt es offensichtlich noch Anpassungsbedarf in den Bauvorschriften. Doch der Vorteil für seine Kunden sei genau diese Flexibilität. Wenn sich die Lebensumstände ändern oder man die Nachbarn nicht mehr sehen mag, könne man mit der Wohnung umziehen. Und auch werthaltig sind die Kleinsthäuser. So habe der Käufer seines ersten Bauwerks es inzwischen mit Gewinn weiterverkauft, berichtet Koopmann.

Rund zwanzig Tinyhouses hat der 27-Jährige inzwischen gebaut. Auch einen angestellten Tischler hat er inzwischen und überlegt, im kommenden Ausbildungsjahr einen Lehrling aufzunehmen. Doch er könnte auch weitere Tischler gebrauchen. Anfragen von Wiederverkäufern, die sich 20 kleine Häuser auf Trailern auf den Hof stellen wollen, lehnt er ab. „Das persönliche Gespräch ist mir wichtig“, sagt er. „Es wird zu unpersönlich, wenn es Leute sind, die nur weiterverkaufen.“

Neues Projekt

Dafür arbeitet er nun mit einem Startup-Unternehmen aus Berlin zusammen, für die er einen rollenden Konferenzraum in Parkplatzgröße gebaut hat. Darin ist alles, was man für eine Besprechung braucht: Sitzgelegenheiten, ein Tisch, ein großer Bildschirm, Wlan, Steckdosen und viel Tageslicht durch große Fenster. Die Kunden des Startups können den Raum stundenweise mieten, dafür gibt es elektronische Schlösser am Eingang. „Das kostet 20 Euro die Stunde. Das finde ich ganz schön teuer, aber für Berlin ist das wohl ein normaler Preis“, sagt Koopmann. Die Idee sei auch sofort hervorragend angekommen. Er muss weitere mobile Büroräume für Berlin bauen. Dieses Jahr noch zehn, für das kommende Jahr sind 100 bestellt.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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