Bösel - Nach dem schweren Unfall auf der Garreler Straße in Bösel am vergangenen Sonntag ermittelt die Polizei derzeit in verschiedene Richtungen. Nicht nur gegen den Autofahrer, der nach links in die Jägerstraße abbiegen wollte. Zeugen hatten den beteiligten Transporterfahrer aus Hof zuvor in der Ortsdurchfahrt von Bösel beobachtet, wie dieser andere Autos überholt haben soll.
Vier Verletzte
Zu dem Unfall auf der Kreuzung Garreler Straße/Jägerstraße/Schäferstraße kurz hinter dem Ortsausgang Bösel in Richtung Garrel war es am Sonntag, 9. Juli, um 18.38 Uhr, gekommen.
Ein 20-jähriger Garreler wollte in seinem Auto von Garrel kommend nach links in die Jägerstraße Richtung Thüle abbiegen. Es kam zum Zusammenstoß mit dem Transporter eines 29-Jährigen aus Hof, der auf der Garreler Straße in Richtung Garrel unterwegs war. Bei dem Unfall wurden beide Fahrer sowie jeweils die Beifahrer, eine 21-Jährige aus Garrel im Pkw und ein 26-Jähriger aus Wurzen im Transporter schwer verletzt.
Ursachenforschung
Aber was war Unfallursache? Missachtete der junge Pkw-Fahrer die Vorfahrt des Transporterfahrers? Oder trifft den Transporterfahrer eine Mitschuld, weil er viel zu schnell unterwegs war? Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt die Polizei, dass derzeit in verschiedene Richtungen ermittelt wird.
Demnach gibt es Zeugen, die den Transporter vor dem Unfall beobachtet haben wollen. Er soll zu schnell unterwegs gewesen sein und auch andere Fahrzeuge überholt haben. Diese Zeugen müssten nun vernommen werden, teilt die Polizeipressestelle mit.
Die Kreuzung Garreler Straße/Jägerstraße/Schäferstraße in Bösel, die außerhalb der geschlossenen Ortsschaft liegt, ist von der Polizei als Unfallhäufungsstelle (UHS) eingestuft worden. Dazu wurden die Unfälle der vergangenen Jahre dokumentiert, wie die Pressestelle mitteilt.
Demnach ist es dort 2019 zu vier, 2020 zu sechs, 2021 zu vier und 2022 zu einem Unfall gekommen. Bisher war Tempo 70 erlaubt. Für 2023 hat die Kreispolizei Cloppenburg noch keine Statistiken vorliegen. Aber es haben sich bereits zwei Unfälle ereignet – nachdem am 30. März die Tempo-50-Schilder aufgestellt worden sind.
Die Tempo-50-Schilder waren auf Anordnung der Unfallkommission des Landkreises Cloppenburg installiert worden. Die Kommission bekommt die Auswertungen der Polizei zu den Unfallhäufungsstellen und entscheidet anschließend, was zu tun ist.
In der Ortsdurchfahrt von Bösel ist auf rund 700 Metern zwischen dem Netto-Markt an der Friesoyther Straße bis nach dem Fußgängerüberweg zur Oberschule an der Garreler Straße Tempo 30 ausgeschildert.
Neu sind ebenfalls seit dem 30. März die 50-Schilder nach dem Ortsausgangsschild Richtung Garrel – also vor der Kreuzung mit Jägerstraße und Schäferstraße. Und schließlich steht ein weiteres Tempo-50-Schild hinter der Kreuzung neben der grünen Ortshinweistafel Osterloh. Die 50er-Zone außerorts ist nach einer Beratung der Verkehrskommission des Landkreises Cloppenburg eingerichtet worden, weil die Polizei die Kreuzung als Unfallhäufungsstelle identifiziert hat (siehe Infokasten).
Zwei Kollisionen
Dennoch ist es im Abstand von nur drei Wochen zu zwei Unfällen gekommen. Vor dem Unfall mit den vier Schwerverletzten war es am Montag, 12. Juni, um 18.17 Uhr, zu einen lediglich teuren Abbiegeunfall gekommen. Eine 63-jährige Böselerin hatte aus Bösel kommend nach links in die Schäferstraße abbiegen wollen. Sie kollidierte mit dem Fahrzeug eines 20-jährigen Garrelers, der ihr aus Richtung Garrel entgegenkam. Den Sachschaden schätzte die Polizei damals auf 23 000 Euro.
