Nordkreis - „Sag es mit Blumen“, „Blumen von Herz zu Herz“ oder „Die blühende Geschenkidee“: Schon seit Jahrzehnten werben Blumenhändler und -fachgeschäfte mit gängigen Slogans für ihre Angebote zum Valentinstag am 14. Februar. Teilweise lassen sich im Archiv der Nordwest-Zeitung gleich mehrere Sonderseiten mit passenden Anzeigen – auch aus dem Nordkreis – zu diesem inoffiziellen Feiertag finden. Und bis auf wenige Ausnahmen (unter anderem von Geschenkläden) handelt es sich dabei – wie auch heute noch – um Werbung für Blumen mit passenden Karten. Kein Wunder also, dass vor allem durch Floristen der Valentinstag auch in Deutschland mit der Zeit an Bekanntheit gewann als eine Mischung aus Handel und alten Bräuchen. Ein Brauch zum „Tag der Liebenden“ soll seinen Ursprung in der Antike haben.
Der Göttin Juno geweiht
Es geht um das heutige Briefeschreiben an den Liebsten. Wie die NWZ am 13. Februar 1980 schrieb, habe R. Brasch in seinem Buch „Dreimal Schwarzer Kater“ festgehalten, dass die Römer den 14. Februar der Göttin Juno geweiht hätten, „die, antiker Mythologie entsprechend, die Gemahlin Jupiters und die Königin des Himmels war“. An eben diese sollen sich Frauen gewandt haben, wenn sie Rat suchten.
So sei dann eine „Lotterie“ entstanden, bei der junge Mädchen am 14. Februar ihren Namen auf einen Zettel schrieben und diesen in ein Gefäß warfen. „Junge Männer, in der Hoffnung keine Nieten zu ziehen, griffen zu und, das Mädchen, dessen Name von einem Jüngling gezogen wurde, war bis zur nächsten Ziehung im darauffolgenden Jahr dessen Angebetete. Wie weit die Anbetung reichte, ist nicht sicher überliefert“, hieß es in der NWZ.
Valentin als Namensgeber
Namensgeber des Valentinstags soll der heilige Valentin aus Rom sein, der als Schutzpatron der Liebenden gilt. Er soll laut NWZ-Artikel am 14. Februar 269 im Gefängnis ermordet worden sein. Er traute heimlich junge Paare, obwohl der damalige Kaiser Claudius II. die Ehe abschaffen wollte. Der Grund: Er hielt Ehemänner für „miserable Soldaten“. Ein anderer Grund für seine Gefangenschaft: „Möglicherweise hat aber auch Valentin verfolgten Christen geholfen und geriet seiner Hilfsbereitschaft wegen ins Gefängnis“.
Als sicher hingegen galt, „dass die frühchristlichen Theologen versuchten, heidnische Bräuche nach und nach in christliche zu verwandeln, da man einsah, altbürgerliche Riten nicht rigoros unterdrücken zu können. So setzten sie dem alten heidnischen Festtag der Juno den St.-Valentins-Tag entgegen“, schrieb die NWZ.
Die etwas kuriose „Lotterie“ am Valentinstag wurde zunächst weitergeführt, wenn auch abgewandelt. Statt Mädchen konnte man nun Heilige gewinnen, „denen man intensive Verehrung zuteilkommen lassen sollte“. Dennoch: Nach dieser offiziellen Ziehung warfen die Mädchen trotzdem weiterhin ihre Namen ins Gefäß. Irgendwann löste diese Lotterie dann das Karten- bzw. Briefeschreiben an den Liebsten oder die Liebste ab.
