Die Kriege in Europa und im Nahen Osten standen am Sonntag im Mittelpunkt zahlreicher Gedenkfeiern zum Volkstrauertag im gesamten Landkreis Cloppenburg. So auch auf dem Soldatenfriedhof an der Kirchhofstraße in Cloppenburg. Bürgermeister Neidhard Varnhorn rief dazu auf, nicht nur der Menschen zu gedenken, die unter den Deutschen während der Nazi-Gewaltherrschaft gelitten haben, sondern auch all jener, die bis heute unter bewaffneten Auseinandersetzungen, Terror und Folter leiden.
Die zentrale Ansprache hielt Pfarrer Wolfgang Kürschner von der evangelischen Kirchengemeinde Cloppenburg. „Dieses Jahr, weiß ich nicht, was ich sagen soll“, drückte er seine Betroffenheit angesichts der Kriege in Europa und Nahost aus. Allein im Ukraine-Krieg werde die Zahl der Toten, hochgerechnet bis zum Ende des Jahres, der Einwohner von Cloppenburg entsprechen, machte er betroffen. „Woher können wir Hoffnung schöpfen“? fragte er und blickte zurück auf die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Nach fünfjährigen Verhandlungen hätten die Kriegsparteien das Existenzrecht des jeweiligen anderen anerkannt und die Schuldfrage nicht geklärt. Bei der Einteilung und Sieger und Verlierer schwele die Auseinandersetzung nämlich weiter und sei Sprengsatz für einen nächsten Konflikt.
