Altenoythe/Landkreis - Sie sind ein Rückzugsort für Rebhühner und Hasen, für Laufkäfer und Vögel, stehen meist unbeachtet in der Landschaft und sind seit 1935 gesetzlich geschützt. Die Rede ist von Wallhecken. Mehr als 1000 Kilometer von ihnen gibt es im Landkreis Cloppenburg. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden sie angelegt, um Acker- und Weideflächen zu umzäunen. Heute sind sie ein Kulturgut und typisch für den nordwestdeutschen Raum.
„Oben licht und unten dicht“ – so sehe eine gepflegte Wallhecke aus, sagt Hermann Wreesmann. Er ist Obmann für Naturschutz im Hegering Altenoythe und entscheidet als Mitglied einer Kommission über Pflegemaßnahmen, die durch das Wallhecken-Programm des Landes Niedersachsen gefördert werden.
Artenreicher Lebensraum
Viele Wallhecken sind auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen, da die eigentliche Hecke fehlt. Wenn viele, hochgewachsene Bäume das Licht nehmen, könne darunter kaum etwas wachsen, erklärt Wreesmann. „Wenn die Pflanzen verschwinden, verschwinden auch die Tiere.“ Dabei biete eine gepflegte Wallhecke durch die Schatten- und Sonnenseite vielen unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Um nicht nur eine Baumschicht, sondern auch eine Kraut- und Strauchschicht auf dem Wall zu bekommen, müsse man auch mit der Motorsäge arbeiten. „Es ist verpönt, Bäume umzusägen. Dabei ist das hier unbedingt erforderlich.“
Wreesmann zeigt eine Wallhecke, die vor zwei Jahren hergerichtet wurde. Mehr als zehn Eichen wurden hier gefällt, ein fehlender Teil des Walls aufgeschüttet und einzelne Sträucher gepflanzt. In der kurzen Zeit hat sich ein dichtes Brombeergestrüpp gebildet, dazwischen wachsen Vogelbeeren und andere Sträucher. „Das ist genau das, was wir brauchen.“
Geld für Heckenpflege
Das Land Niedersachsen fördert die Pflege von Wallhecken, ebenso der Landkreis Cloppenburg, der auch eine Neuanlage finanziell unterstützt. Allerdings, sagt Wreesmann, würden die Fördergelder kaum abgerufen.
Dabei biete die Pflege der Wallecken neben einem Beitrag für den Naturschutz für Landwirte viele Vorteile. Weniger hohe Bäume mit dichten Kronen bedeuteten mehr Licht auf den Äckern. Brennholz und Hackschnitzel fielen an, die als Biomasse verwertet werden könnten. Die Hecke verhindere gerade im Frühjahr Winderosionen. Und: „Man tut etwas für die Kulturlandschaft.“
