Strücklingen - Es ist ein immer wiederkehrendes Thema ganz im Norden des Saterlandes – der steigende Leerstand im Ort Strücklingen. Vereine, Politik und Bürger hat der schleichende Zerfall ihres Ortes in den vergangenen Jahren immer wieder beschäftigt. Doch in den vergangenen Monaten hat sich viel getan, um diesen Prozess aufzuhalten oder gar umzukehren.
Energetische Sanierung
Mitten im Ortskern entsteht zurzeit ein neues Wohnquartier. Die ehemalige Tanzschule Pidoll an der Hauptstraße – die alten Tanz-Motive sind noch auf den Glasscheiben zu erkennen – wird komplett umgebaut und energetisch saniert. Der neue Eigentümer beabsichtigt, das komplette Gebäude zu Wohnungen umzubauen. Dafür hat die Gemeinde Saterland jetzt extra den Bebauungsplan ändern lassen, weil es an dieser Stelle einige „Genehmigungshemnisse“ gibt. Der alte Bebauungsplan gibt nur eine eingeschossige Bauweise vor. Im Erdgeschoss war die sonstige Wohnnutzung ausgeschlossen. Das hat sich mit der einstimmigen Entscheidung des Rates im Dezember geändert.
„Mit der Änderung des Bebauungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Genehmigungsfähigkeit geschaffen werden. Städtebaulich macht das Sinn, um einen weiteren Leerstand und Verfall des Gebäudes zu verhindern“, sagt Bürgermeister Thomas Otto. Da das Grundstück mitten im Ortskern von Strücklingen liegt, sei die Anhebung der Grundflächenzahl und die damit verbundene bessere bauliche Ausschöpfung der Potentiale laut Otto begründbar. „Dem Grundsatz des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden und der Förderung der Innenentwicklung wird entsprochen“, so der Bürgermeister weiter.
1984 erbaut
Das Gebäude wurde 1984 in einem Mischgebiet erbaut und bis etwa 2012 als Wohnhaus und Tanzschule genutzt. Danach stand es Jahre lang leer. Gekauft hat das Gebäude 2020 der Strücklinger Unternehmer Daniel Olling. Zehn Wohnungen mit einer Größe zwischen 60 und 100 Quadratmetern sollen in der alten Tanzschule entstehen.
Außerdem soll es die Möglichkeit geben, drei Erdgeschosswohnungen, die zur Hauptstraße hin liegen, in Gebewerbeeinheiten umzubauen. Das Gebäude wird dazu nach dem Standard KfW-40-plus saniert.
