Friesoythe - Rund 300 Millionen Euro. Diese riesige Summe wird die Firma Hy2gen in ihr Projekt in Friesoythe investieren. In Höhe der B72-Abfahrt C-Port will das Unternehmen mit Hauptsitz in Wiesbaden ein Werk zur Produktion von Wasserstoff und E-Methanol errichten. Erstmals über dieses Mega-Projekt mit dem Namen „Nautilus“ berichtet, hat diese Redaktion im Mai 2022. Nun hat Matthias Lisson, Geschäftsführer von Hy2gen Deutschland, in einem exklusiven Gespräch mit unserer Redaktion weitere Details bekanntgegeben.
„Im Bereich E-Fuel ist Friesoythe unser erstes großes Projekt und dementsprechend wichtig“, verwies der Geschäftsführer auf die besondere Bedeutung von „Nautilus“. Er sei überzeugt davon, dass es ein Erfolgsmodell werde. Er machte das unter anderem an zwei Gründen fest: Es gebe internationale Investoren, die großes Interesse an einer Beteiligung hätten. Und es gebe schon jetzt mehr Interessenten an den Produkten als man in Friesoythe überhaupt produzieren könne. Lisson: „Das Projekt passt voll in die Zeit.“
120 Mitarbeiter
Um als lokales Unternehmen aufzutreten, sei die Nautilus GmbH mit Sitz in Friesoythe gegründet worden. Noch in diesem Monat sollen Büroräume an der Moorstraße bezogen werden. „Wir treten jetzt in eine neue Planungsphase. Da ist es wichtig, einen Stützpunkt vor Ort zu haben“, sagte Lisson. Man befinde sich weiter auf dem Weg der Genehmigungsphase und führe diesbezüglich gute Vorgespräche mit den Behörden. Außerdem gehe es gerade um den Einsatz der effizientesten Technologie und man stehe in engem Kontakt zu möglichen Lieferanten.
Auch die Suche nach Personal spiele schon eine Rolle. Das Unternehmen plant schließlich die Einstellung von rund 120 Mitarbeitern in unterschiedlichen Abteilungen. Mit dem Bau soll im ersten Quartal 2025 begonnen werden. Mit einer Inbetriebnahme sei dann im Jahr 2027 zu rechnen.
War vor etwa einem Jahr noch von einer Investitionssumme von 130 Millionen Euro die Rede, erstaunt die neue Zahl von 300 Millionen Euro etwas. Für diesen Anstieg gebe es gute Gründe, so Lisson. Neben den steigenden Kosten am Markt und den derzeitigen Preisentwicklungen sei hauptsächlich die Technologie ausschlaggebend. „Wir haben uns für ein technisch besseres Verfahren entschieden. Das ist zwar in der Investition teurer, wird später aber mehr Kosten sparen.“
Hoher Strombedarf
Produziert werden soll grüner Wasserstoff und grünes E-Methanol für den maritimen Sektor. Zur Herstellung wird Strom, Wasser und CO
Wie das flüssige E-Methanol später zu den Abnehmern kommen wird, steht schon fest. Dieses wird auf Tankern verladen, die auf dem Küstenkanal am C-Port halten. Dafür soll eine Pipeline zum Anleger und dort eine Verladestation gebaut werden.
