Augustendorf - Mit dem Begriff „Berg“ verbinden wir hier auf dem flachen Land ja eher so etwas wie „ein Berg voll Arbeit“, Andrea Berg oder Underberg. Aber wir bringen das nicht wirklich mit einer größeren ländlichen Erhebung in Verbindung. Das nennen wir hier Haufen oder Hügel. Doch an diesem Freitag ist der internationale „Tag des Berges“. Anlass genug, den höchsten Berg im Friesoyther Stadtgebiet zu erklimmen – der „Langer Berg“ in Augustendorf.

Tag der Berge

Die Vereinten Nationen beschlossen nach dem großen Erfolg des internationalen Jahres der Berge 2002, weltweit den internationalen „Tag der Berge“ einzurichten. Dieser wird am 11. Dezember begangen und soll nach Angaben des Bundesumweltministeriums ein Bewusstsein für die Probleme der Berglandschaften schaffen sowie aufzeigen, wie von der Bergwelt profitiert werden kann.

Diese Anhöhe liegt in der Nähe des Wasserwerkes Thülsfelde in einen Waldstück des Staatsforstes Cloppenburg zwischen den Straßen „Zum Langenberg“ und „Dwergter Straße“. Der höchste Punkt befindet sich 38,9 Meter über dem Meeresspiegel. Zum Vergleich: Der Brocken im Harz überragt als höchster Berg Niedersachsens unseren Friesoyther Berg um schlappe 1,1 Kilometer. Aber immerhin. Wir haben einen Berg. Und wer „Langer Berg“ bei Google Maps eingibt, der wird sogar mit der Bezeichnung „Berggipfel“ überrascht.

Es wird Zeit, dem Gebirge vor der eigenen Haustür mal einen Besuch abzustatten. Also Wanderschuhe eingepackt und los gehts. Mit dem Auto kommt man bis auf etwa 300 Meter an die Bergspitze heran. Es geht zu Fuß weiter auf einem mit nassen Laub bedeckten Weg. Rechts Wald, links Felder.

Da man am Fuße des Berges ohnehin wohl schon etwa 36 Meter über dem Meeresspiegel steht, liegt jetzt noch die Überwindung von knapp drei Metern vor einem. Als Norddeutscher eine echte Herausforderung. Die Wade zwickt und die Luft wird spürbar dünner. Durchhalten ist angesagt.

Oben angekommen, wird der Bergsteiger mit einer wunderbaren Aussicht über die Augustendorfer Äcker belohnt. Hinter einem im Wald krächzt unaufhörlich ein Eichelhäher und vor einem haben sich gerade drei Fasane zum Picknick getroffen. Idylle pur. Dieser kleine Ausflug auf den höchsten natürlichen Gipfel der Stadt hat sich wirklich gelohnt.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)