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Ausstellung mit Werken von Caroline von Grone in der Kunsthalle eröffnet Schaffensprozess bleibt im Werk präsent

Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle (v.l.): Dr. Alexander Linke, Caroline von Grone und Dr. Martin Feltes

Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle (v.l.): Dr. Alexander Linke, Caroline von Grone und Dr. Martin Feltes

Reiner Kramer

Cloppenburg - Künstler in ihrem Schaffensprozess, Wohnungslose auf der anderen Wand in der Tradition der Porträtmalerei, daneben Stillleben, Werke alltäglicher Orte und Szenerien. Unter dem Titel „Real Abstrakt“ zeigt die Hamburger Künstlerin Caroline von Grone eine Auswahl von Malereien und Zeichnungen aus den vergangenen 15 Jahren in der Kunsthalle im Kulturbahnhof. Dazu eingeladen hatte „KiC – Kunst in Cloppenburg“, zu dem der Kunstkreis Cloppenburg, die Katholische Akademie Stapelfeld und die Stadt Cloppenburg gehören. Am Sonntagmorgen ist die Ausstellung vor zahlreichen Gästen eröffnet worden.

Grundfragen

Dr. Alexander Linke, neuer Fachbereichsleiter für bildende Kunst an der Katholischen Akademie Stapelfeld, sagte in seiner Einführung in das Schaffen der Hamburger Künstlerin, die namensgebenden Begriffspaare „Real“ und „Abstrakt“ seien Beschreibungen wie linear - malerisch; geschlossene Form – offene Form; Klarheit – Unklarheit zugeordnet. In den Malereien und Zeichnungen seien die Betrachter mit den Grundfragen der Kunstgeschichte konfrontiert. „Wie viel Natur nehme ich wahr und wie viel abstrakter Realismus scheint durch?“

Der Schaffensprozess selber ist Teil ihrer Werke im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion. Ein „theoretisch und kunsthistorisch aufgeladenes Tun“ (Dr. Linke), an dem der Bildbetrachter teilhaben kann, wenn er genau hinsieht.

Das genaue Studium, die genaue Betrachtung ist elementarer Teil ihrer Arbeit. Davon konnte sich Dr. Alexander Linke selbst vergewissern. Die Malerin wird ihn porträtieren. Rund acht Stunden habe er ihr schon in der Kunsthalle dafür Modell gestanden, berichtete Dr. Linke am Sonntagmorgen. Am kommenden Wochenende soll das Werk weitergemalt werden – vor den Augen der Öffentlichkeit. Dazu gibt es in der Kunsthalle Sonderöffnungszeiten.

Reminiszenz

Ein Teil des Bildes soll als Reminiszenz an Giambattista Tiepolo gestaltet werden. Über den bedeutenden venezianischen Maler hat Dr. Linke geforscht. Seine Habilitationsschrift dazu ist von der Universität Düsseldorf angenommen worden. Mitte April wird Linke dort seine Probevorlesung halten, hatte Dr. Martin Feltes, Vorgänger im Fachbereich bildende Kunst an der Katholischen Akademie, die Gäste informiert.

Feltes freute sich, nach so langer coronabedingter Abstinenz wieder Gäste in der Kunsthalle begrüßen zu können, und blickte auf die Biografie der Künstlerin, die in Kassel, in Braunschweig und an der Kunstakademie Düsseldorf freie Malerei studiert hatte und Meisterschülerin bei Prof. Klaus Rinke war.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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