Löningen/Burghausen - “Walking in a Winter Wonderland“ heißt ein besonders beliebter Song der Kategorie Weihnachtslieder, den man jetzt wieder häufig hört, und der so schöne Bilder vor dem geistigen Auge erzeugt. Von einem Spaziergang – dick eingemummelt – zwischen schneebedeckten Häusern und Bäumen hindurch. Ob das Lied auch so erfolgreich wäre, wenn es „Swimming in a Winter Wonderland“ heißen würde? Oder ob es die Hörer allein beim Gedanken an ein solches Unterfangen derart frösteln würde, dass sie den Song aus Platten- und CD-Regalen, vom MP3-Player und iPad verbannen würden. Tina Deeken, Para-Sportlerin aus Löningen, hätte der Song mit dem neuen Titel sicher sehr gefallen, hätte er doch schöne Erinnerungen in ihr geweckt. Gerade erst wieder ist sie vor der Kulisse eines Winter-Wunderlandes in einem See geschwommen – und hat anschließend das Podest erklommen und sich Medaillen mitgenommen.
Bei drei Grad Wassertemperatur im bayerischen Burghausen verdiente sich der Winter Swimming World Cup ohne Frage die Bezeichnung Härtetest. Und das sollte er sein, ein Härtetest vor der Eisschwimm-Weltmeisterschaft im Januar – auch für Tina Deeken. Wobei sie es noch härter hatte, weil es in Burghausen keine Para-Wertung gab und sie als einzige Para-Schwimmerin in den Konkurrenzen dabei war. Im Schneegestöber schaffte sie es dennoch in ihrer Altersklasse mehrfach aufs Podium. Über 450-Meter-Freistil wurde sie in 7:51,14 Minuten Zweite, über 100-m-Freistil (1:29,57), über 50-m-Freistil (0:41,1) und 50-m-Brust (0:55,95) jeweils Dritte sowie als Gastschwimmerin des Gastgeber-Vereins Fünfte mit der 4x25-m-Staffel. Zwar kam sie noch nicht an ihre Bestzeiten heran, aber die Saison ist ja noch jung. Zudem freute sich die Schwimmerin des Jahrgangs 1976 darüber, dass der Veranstalter Rücksicht darauf nahm, dass sie das Wasser nicht über eine Leiter verlassen kann.
Und den Blick für die optischen Reize des „Swimming in a Winter Wonderland“ hatte die Löningerin, die inzwischen in Hannover lebt, auch noch: „Das ist schon ein tolles Ambiente dort, man hat vom Schwimmbecken im See einen herrlichen Blick auf die ,längste Burg der Welt’“, sagte Tina Deeken. Natürlich nur, wenn man nicht so stark zittert, dass man nichts mehr erkennen kann...
