Friesoythe - Das Wolfsbüro Niedersachsen hat jetzt bestätigt, was Wolfsberater und Eigentümer bereits fast sicher wussten: Anfang September hat ein Wolf ein Oldenburger Hengstfohlen in Friesoythe angegriffen.
Eigentümer Dr. Claus Ortmann, pensionierter Tierarzt, der das Tier selbst versorgt hat, ist es wichtig, das nochmals klarzustellen. Es sei angedeutet worden, das Fohlen habe sich am Stacheldraht verletzt. „Das sind alles Wolfsverletzungen“, sagt Ortmann. „Die Weide ist ordnungsgemäß eingezäunt, die Tiere kommen nicht an Stacheldraht.“
Neben Bissen am Unterbauch und Krallenspuren auf dem Rücken hatte das Hengstfohlen auch eine gefährlich tiefe Bisswunde am Hals. „Wäre die einen Zentimeter tiefer gewesen, wäre es verblutet.“ Die übrigen Verletzungen seien inzwischen ausgeheilt, am Hals sei aber weiterhin eine Verhärtung zu spüren.
Der Speichel in den Wunden hat allerdings nicht ausgereicht, um mit einer DNA-Probe den Angriff einem bestimmten Wolf zuzuordnen. Doch das Angriffsmuster sei eindeutig.
Die Umstände waren indes ungewöhnlich: Die Tiere hatten nur zwischen 11 und 15 Uhr unbeobachtet auf der Weide gestanden. Sie grenzt direkt an den Stall und einen Reitplatz direkt am Heidehof. Melanie Kösters vom Heidehof hatte bei ihrer Rückkehr auf die Weide bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Das fünf Monate alte Fohlen ist zudem als Beutetier zu groß für einen Wolf. Und es stand mit anderen größeren Tieren auf der Weide.
Doch offenbar hat der Angreifer genau erkannt, dass der kleine Hengst das schwächste Tier der Gruppe ist. Es ist Waisenkind, eine Stute hätte ihr Fohlen gegen den Wolf verteidigt. Das hatte Wolfsberater Hermann Wreesmann aus Altenoythe im September angemerkt, der sofort hinzugezogen wurde. Er geht von einem Einzelgänger-Wolf als Täter aus.
