Friesoythe/Neuscharrel/Thüle - In den vergangenen Monaten hat unsere Redaktion immer wieder über mögliche Wolfsangriffe berichtet. Allein im Friesoyther Stadtgebiet gab es in den vergangenen 13 Monaten sieben registrierte Angriffe auf Tiere, die einem Wolf zugeordnet wurden. Die Wolfsberater, die zu solchen Fällen gerufen werden, fanden vor Ort zumeist eindeutige Indizien. Doch festlegen dürfen sich die Experten trotzdem nicht. Für den endgültigen Beweis bedarf es nämlich einer DNA-Analyse.

Daher heißt es in den Berichten zumeist: womöglich, höchstwahrscheinlich, vermutlich. Und: Ob es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat, wird jetzt ein DNA-Test zeigen müssen. Da diese oftmals erst nach mehreren Wochen oder Monaten vorliegen, wird das Ergebnis der Analyse fast nie vermeldet. Das wollen wir an dieser Stelle nachholen.

Die hier aufgeführten Fälle sind beim Umweltministerium des Landes Niedersachsen erfasst. Einige der hier noch als „verletzt“ aufgeführten Tiere mussten unseren Recherchen zufolge später eingeschläfert werden. 31. August 2019: In einem Gatter in Friesoythe werden fünf Wildtiere getötet. Eindeutig ein Wolfsriss. Die DNA-Analyse ergibt sogar gleich zwei Wölfe, die zudem registriert sind. Es handelt sich um den Wolf mit der Kennung GW 1113 m und um die Wölfin GW  740 f. GW steht für Grauwolf. Beide Tiere sind in der Datenbank der Landesjägerschaft Niedersachsen als Paar erfasst (siehe Info-Kasten). 23. Oktober 2019: Angriff auf Tiere in einem Wildgatter in Neuscharrel. Drei Tiere gelten als verschollen. Auch hier war die DNA-Analyse eindeutig: Es war der bereits bekannte Wolf GW 1113 m. 3. Dezember 2019: In Heetberg wird ein Schaf gerissen und zwei Schafe werden verletzt. Es war ein Wolf. Und wieder war es GW 1113 m. 4. Dezember 2019: In Ellerbrock werden zwei Schafe gerissen. Verursacher: GW 1113 m. 17. Januar 2020: Drei Schafe werden auf einer Wiese direkt an der B 72 in Vordersten-Thüle gerissen. Zwei Tiere werden schwer verletzt, eines wird später eingeschläfert. Auch hier ergab die DNA-Analyse: Es war der Wolf mit der Kennung GW 1113 m. 29. Februar 2020: In Thüle liegen drei tote Schafe auf einer Weide, zwei weitere sind so schwer verletzt, dass sie später eingeschläfert werden müssen. Hier ergab die Analyse zweifelsfrei, dass es sich auch in diesem Fall um einen Wolfsangriff gehandelt hat. Jedoch kann diese Probe keinem bekannten Wolf zugeordnet werden. 2. September 2020: Ein Fohlen wird am helllichten Tag auf einer Weide in Friesoythe angefallen. Es wird vermutet, dass ein Wolf das Pferd angegriffen und verletzt hat. Ein Wolfsberater nahm DNA-Spuren. Hier steht der endgültige Beweis noch aus.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)