Hilkenbrook/Neuscharrel - Zu einem eher ungewöhnlichen Wildunfall wurde die Polizei am Mittwochmorgen, 24. Februar, an die Bundesstraße 401 gerufen. Gegen 6 Uhr kollidierte ein Pkw-Fahrer auf der zu dieser Zeit stark befahrenen Straße mit einem Tier. Ein Wolf querte die Fahrbahn in Höhe der Grenze der Landkreise Cloppenburg und Emsland zwischen Hilkenbrook und Neuscharrel. Nach dem Unfall rief der Pkw-Fahrer die Polizei in Friesoythe an, die den Fall an die zuständigen Kollegen im Emsland weitergab. „Wir können bestätigen, dass es sich hierbei um einen Wolf handelt. Wir haben den Fall auch an die Wolfsberater gemeldet“, sagt Corinna Maatje, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim.
Um den Kadaver des toten Tieres hat sich im Anschluss Hermann Fehnker, Wolfsberater im Landkreis Emsland, gekümmert. Er hat das tote Tier mitgenommen und eingefroren, nachdem er eine erste DNA-Probe per Post zum Leibniz-Institut nach Berlin geschickt hat. „Nach dem Gebiss zu urteilen handelt es sich um einen jungen Rüden“, so Fehnker. Für so einen eher unerfahrenen Wolf sei es nicht ungewöhnlich, dass er eine stark befahrene Bundesstraße kreuzt. „Zu dieser Jahreszeit verlassen solche Tiere das Rudel und begeben sich auf Partnersuche“, so Fehnker weiter.
Im Umkreis sind mehrere Rudel durch das Wolfsmonitoring erfasst, wie zum Beispiel das Rudel Herzlake oder das Rudel Werlte. „Wie viele Tiere sich in so einem Rudel befinden, können wir nicht mit Sicherheit sagen“, sagt der Wolfsberater.
Der ganze Kadaver des Tieres wird in den nächsten Tagen ebenfalls zum Leibniz-Institut geschickt. Dort könne dann genau ermittelt werden, ob das Tier schon irgendwo erfasst worden ist.
