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Zu wenig Platz, viele Gefahren ADFC in Cloppenburg kritisiert Plan für Emsteker Straße

Die Emsteker Straße soll ausgebaut werden. Vor den Gewerbebetrieben soll ein seitlicher Parkstreifen erhalten bleiben. Das kritisiert der ADFC.

Die Emsteker Straße soll ausgebaut werden. Vor den Gewerbebetrieben soll ein seitlicher Parkstreifen erhalten bleiben. Das kritisiert der ADFC.

Mareike Wübben

Cloppenburg - Deutliche Kritik äußert der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) in Cloppenburg am jetzt geplanten Ausbau der Emsteker Straße. Das Thema wurde ausführlich auf der Mitgliederversammlung diskutiert, teilt der Kreisverbands-Vorsitzende Michael Bertschik mit.

Der Ausbau

Nach der Sitzung des vertraulich tagenden Verwaltungsausschusses am vergangenen Montag hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass der Ausbau noch in der zweiten Jahreshälfte starten soll. Anders als im Fachausschuss vorberaten, entschieden sich die Politiker für einen Straßenausbau, der seitliche Parkplätze vor einigen Geschäften möglich macht. Das geht aber auf Kosten des Radfahrstreifens, der sonst auf eine Breite von 1,85 Meter gekommen wäre. Bei den Parkbuchten ist dann aber nur 1,60 Meter Platz, angedacht ist auch eine 50 Zentimeter breite Schutzzone (Dooring-Zone).

Die Gefahren

„Wieder einmal wurde hier eine gute, fahrradfreundliche Planung zugunsten spezieller Interessen der Anlieger gekippt“, ärgert sich Bertschik. Die Mitglieder des ADFC zeigten sich empört über die Missachtung der Interessen der schwächeren Verkehrsteilnehmer – etwa Schulkinder, die täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind. Der Radweg, der nach der neuen Planung zwischen Parkstreifen und Autofahrbahn entlanglaufen soll, sei für die Benutzer in vielerlei Hinsicht gefährlich. Wenn zum Beispiel ein Autofahrer einparken oder nach dem Parken wieder auf die Fahrbahn fahren will, sei die Gefahr groß, dass er die herannahenden Fahrradfahrer übersehe. Oder wenn ein Parkender seine Autotür öffne und nicht daran denke, dass ein mit relativ hoher Geschwindigkeit fahrender E-Biker sich nähere, sei der Zusammenstoß vorprogrammiert.

Der Wunsch

„In Zeiten der zunehmenden Bedeutung des Radverkehrs auch für Alltagsfahrten und des fortschreitenden Klimawandels ist es nicht hinnehmbar, dass im Jahre 2022 Neubauprojekte mit solch unerträglichen ’Kompromissen’ umgesetzt werden“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Der Cloppenburger ADFC spricht sich entschieden dafür aus, zu der ursprünglichen Planung zurückzukehren, besonders, wenn man dem oft propagierten Anspruch, Fahrradstadt zu sein, gerecht werden wolle.

Kritik am Landkreis

Kritik gibt es auch im Zusammenhang mit der geplanten Radschnellwegverbindung zwischen Garrel, Cloppenburg und Emstek. Man begrüße dieses Vorhaben, sieht aber auch einen hohen Sanierungsbedarf an anderen Radwegen, die zuerst behoben werden sollten. Zu nennen ist hier laut ADFC der Radweg von Warnstedt nach Elsten, der Cappelner Damm, der Radweg von Hemmelte nach Warnstedt – um nur einige zu nennen. Statt des Schildes „Achtung Radwegschäden“ sollte die zuständige Kreisverwaltung lieber die Radwege sanieren. Damit die Bürgerinnen und Bürger, die diese Wege täglich nutzten, sicher und komfortabel zur Arbeit, zum Einkaufen und zur Schule kämen. Der Landkreis sollte sein Augenmerk auf die bestehenden Mängel richten. Vor allem dann, so der ADFC, wenn nicht der Eindruck entstehen soll, die Kreisverwaltung lege mehr Wert auf prestigeträchtige, aber nur für bestimmte Nutzer sinnvolle Verkehrsanlagen. „Das eine tun, aber das andere nicht lassen, sollte die Devise sein. Nur so kann eine echte Verkehrswende gelingen“, so Bertschik

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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