Cloppenburg - Erneut machen in Cloppenburg Gerüchte die Runde, nach denen das St.-Josefs-Hospital seine geburtshilfliche Station und den Kreißsaal dauerhaft schließen wolle. Denn die Klinik, die nach wie vor unter Personalmangel in dieser Abteilung leide, habe eigentlich genügend Bewerbungen, stelle aber keine neuen Hebammen ein, heißt es zur Begründung. Was ist wirklich dran an diesen Behauptungen? Unsere Redaktion hat bei Klinikgeschäftsführer Andreas Krone nachgefragt.
„Von genügend Bewerbungen kann leider nicht die Rede sein“, so Krone. Deshalb seien zur Zeit gleich fünf Hebammen im Wege der Arbeitnehmerüberlassung für das Krankenhaus tätig. „Diesen Weg müssten wir nicht gehen, wenn wir ausreichend Bewerbungen hätten.“ Beim Haus angestellt seien sieben Hebammen und fünf junge Frauen, die sich in einem Dualen Studium zur Ausbildung befänden.
Der Einsatz von Leiharbeitskräften in Pflege und Medizin kostet die Krankenhäuser deutlich mehr als festangestellte und tarifvertraglich entlohnte Mitarbeiter. Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts lagen die Personalkosten für Leiharbeitskräfte 2022 um 92 Prozent höher als für vergleichbare festangestellte Mitarbeiter.
Im Sommer vergangenen Jahres war es – wie berichtet – am St.-Josefs-Hospital zu partiellen Schließungen des Kreißsaals gekommen. Auf Grund von personellen Problemen konnten Schwangere im Juli und August nur noch in der Zeit zwischen Montag, 6 Uhr, und Freitag, 13 Uhr, in Cloppenburg entbinden. Danach – sagte Klinik-Geschäftsführer Krone bereits am 1. März bei einer Veranstaltung im Cloppenburger Kreishaus – habe sich die personelle Situation bis Jahresanfang stabilisiert. In der Folge – so die Friesoyther Hebamme Regina Peters-Trippner von der Initiative „Gute Geburt“ bei der gleichen Veranstaltung – sei es in Cloppenburg auf Grund von fehlendem Personal erneut zu vorübergehenden Schließungen des Kreißsaals gekommen. Den Personalmangel außen vorgelassen, verfügt das Krankenhaus über die räumlichen Kapazitäten für 750 bis 900 Geburten jährlich.
