Nikolausdorf - Die Schüler haben die Schulflure längst verlassen, trotzdem herrscht reger Betrieb am Freitagabend. Der Grund: Blutspendetermin. Der wird seit Jahrzehnten von Franz Koddenberg organisiert. „Die Organisation liegt in Familienhand“, berichtete Koddenberg, der am Freitag erneut die Nikolausdorfer an die Nadel bat. Die Aktion läuft immer in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz in Garrel. Denn auch Frau Maria und Tochter Anne sind bei den Blutspendeaktionen, die stets in der Grundschule durchgeführt werden, aktiv.

Vor rund 40 Jahren etwa hatte Franz Koddenberg sich für die Einrichtung einer Blutspendeaktion in Nikolausdorf stark gemacht. Seinerzeit war er selbst im Jugendrotkreuz aktiv und im Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Er klapperte die Nikolausdorfer ab und motivierte sie zur Teilnahme. Und die Nikolausdorfer kamen.

Unter ihnen auch Josef Willenborg. Er war zum Blutspenden gekommen, weil Franz Koddenberg ihn angesprochen hatte, erinnert sich Willenborg im Gespräch mit der NWZ. „Franz hat damals eine Menge Werbung gemacht.“ Damals sei er etwa 18 Jahre alt gewesen. Eine Zeit lang setzte er zwischendurch aus, seit 15 Jahren komme er aber wieder regelmäßig. Am Freitag wurde Josef Willenborg sogar für seine 100. Blutspende ausgezeichnet.

Wie für Josef Willenborg sind für viele Nikolausdorfer oder Beverbrucher, auch einige Garreler, die vier Blutspende-Termine im Jahr fest gebucht. „Es gibt sogar welche, die sich abmelden, wenn sie keine Zeit haben.“ Zwischen 90 und 100 Spender zählt Koddenberg bei jedem Termin. „Die Leute schätzen auch das Gespräch“, sagt er. Der Klönschnack gehört einfach dazu. Mehr als vier Termine im Jahr seien nicht zu machen, sagt Koddenberg. Der Aufwand sei schon beträchtlich.

In der Grundschule steht keine Küche zur Verfügung. Das Essen wird ebenso wie das Geschirr zur Schule gebracht. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass das neue Pfarrheim fertig wird“, berichtet Franz Koddenberg. Denn dort stehe dann Geschirr und ähnliches zur Verfügung.

Die Seniorensportgruppe aus Nikolausdorf sorgt seit Jahren tatkräftig für die Versorgung der Blutspender. Und die Spender wissen das Essen in Nikolausdorf sehr zu schätzen. An diesem Freitag wird Spießbraten mit verschiedenen Salaten und Schnittchen angeboten.

Spender, deren Kreislauf nach der Spende schlappmacht, gebe es höchstens im Sommer mal.

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Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)