Ramsloh - „Wie spricht man den Namen Czarnojanoczyk richtig aus? Und ist Walenty ein Vorname?“ In Onlinekonferenzen tauschen sich seit einigen Wochen 17 Schülerinnen und Schüler der achten Realschulklassen der Haupt- und Realschule Saterland (HRS) in Ramsloh mit Gleichaltrigen der nichtöffentlichen Grundschule Podstawowa im polnischen Dobre Miasto aus. Initiiert wurde das Projekt von den Lehrerinnen Małgorzata Derecka und Miriam Kösters, die sich auf einer Fortbildung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge kennengelernt haben.
Gemeinsames Thema der deutschen und polnischen Schüler sind die Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Während sich die polnischen Schüler mit der aktuellen Frage beschäftigt haben, ob die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten auch heute noch möglich wäre, sind die deutschen Schüler auf Spurensuche auf dem Sedelsberger Friedhof und in den Arolsen-Archiven gegangen. Die Ergebnisse boten regen Gesprächsstoff während regelmäßiger Online-Konferenzen.
„Das Schicksal der polnischen und russischen Zwangsarbeiter und Soldaten, die in den 40er Jahren im Saterland gestorben sind, berührt die Jugendlichen beider Nationen sehr“, sagt Kösters. „Die Spurensuche im Onlinearchiv gestaltete sich teilweise wie eine spannende Schatzsuche und lieferte interessante Ergebnisse“.
Den Besuch auf dem Sedelsberger Friedhof verbanden die Jugendlichen gleich mit einer Putzaktion. Mit Wasser und Bürste befreiten sie die Namen der Kriegsopfer von Algen und Moos.
In einem nächsten Schritt ist geplant, dass sich die deutschen und polnischen Jugendlichen bei einem Treffen im Herbst persönlich kennenlernen und gemeinsam die Ergebnisse ihrer Arbeiten präsentieren.
„Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, müssen wir aufeinander zugehen und Freundschaften schließen“, sind sich Derecka und Kösters einig.
