Cloppenburg - Am Montag hat der Stadtrat mit 23 zu zehn Stimmen die Aufstellung eines separaten Bauplans für den Media Markt an der Soestenstraße beschlossen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Streit um den Mindestabstand des Gebäudes zur Soeste noch noch geklärt, weshalb SPD und Grüne ihre Zustimmung verweigerten.
Die Stadtverwaltung verhandelt zurzeit mit der Friesoyther Wasseracht, die für die Pflege, den Schutz und den Erhalt der Soeste zuständig ist, über die Unterschreitung des – in der Satzung der Wasseracht vorgesehenen – Mindestabstands von zehn Metern, damit der Media Markt auf das alte Tankstellen-Gelände passt. Gibt es inzwischen greifbare Ergebnisse? Die NWZ hat nachgefragt.
Nach wie vor gebe es keine Vereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und der Friesoyther Wasseracht, erklärte deren Geschäftsführer Martin Windhaus am Mittwoch. Der Vechtaer Investor Genos, der bekanntlich den Media Markt und das benachbarte Kaufland-Gebäude bauen will, habe inzwischen aktualisierte Pläne bei der Wasseracht eingereicht. Diese beinhalten auch einen Antrag, mit dem Media Markt auf 7,5 Meter an die Soeste heranrücken zu dürfen. Dafür müsste die Wasseracht eine Ausnahmegenehmigung ausstellen.
Darüber – so Windhaus – werde die Wasseracht in ihrer nächsten Vorstandssitzung beraten. Dazu kämen die vier ehrenamtlichen und stimmberechtigten Vorstände sowie der stimmlose Geschäftsführer entweder am 5. oder 12. August zusammen – der genaue Termin stehe noch nicht fest. In den ursprünglichen Plänen – so Windhaus weiter – sei im Übrigen vorgesehen gewesen, mit dem Gebäude bis auf 5,50 Meter an die Soeste heranzurücken, in einer zweiten Version sei man schließlich bei 6,90 Meter gelandet.
Vertreter von SPD und Grünen machten derweil bei der Ratssitzung am Montag noch einmal klar, dass sie nichts von einer Unterschreitung des Mindestabstands halten. Schließlich werde eine 50 Meter lange Betonwand das Ufer verschandeln, eine weitere käme hinzu, wenn die von der CDU geforderte Parkpalette realisiert werde, erklärte beispielsweise SPD-Ratsherr Peter Hackmann. Und auf der anderen Seite der Soestenstraße gäbe es die gleichen Probleme im Falle eines Kaufland-Baus. Von dem schönen Grüngürtel am Fluss bliebe nichts übrig „Dann können wir die Soeste in diesem Bereich gleich verrohren.“
