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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Alle Augen sind auf Hermann gerichtet

24.05.2017

Gehlenberg Einmal wöchentlich ist in der Wolkengruppe der Kindertagesstätte St. Monika „Hermann-Tag“. Hermann ist ein sechs Monate altes Baby und besucht mit seiner Mutter den Kindergarten. Die Kinder fiebern diesem Tag entgegen und freuen sich auf den besonderen Besuch.

Das Vorbereitungsteam breitet auf dem Fußboden eine weiche Decke aus, damit Hermann es schön kuschelig hat. Vom Abholdienst werden Mama und Baby an der Tür abgeholt. Etwa 20 bis 25 Minuten lang sind dann alle Blicke auf das Baby und die Mutter-Kind-Beziehung gerichtet.

Die Kinder sehen, wie Mutter und Kind oft Blickkontakt halten, miteinander spielen, miteinander lachen. „Was macht die Mutter, was macht das Baby?“ Die Kinder stellen viele Fragen und beantworten sie dann meistens auch selbst.

Sie erleben die Entwicklung des Babys, sehen die Fortschritte, wenn es beispielsweise beginnt, sich auf den Bauch zu drehen. „Ist das anstrengend?“, fragt ein Kind, als Hermann sein Köpfchen hebt.

Ob Hermann sich gut fühlt, wenn die Mama ihn streichelt, überlegen die Kinder und freuen sich, als er lacht. „Er hat ,gesagt’, wie toll es hier ist“, bemerkt dazu der sechsjährige Lasse.

Als Hermann seine Strickjacke in den Mund nimmt, erfahren die Kinder, dass er durch Erfühlen und Ertasten die Welt kennenlernt. „Was würde ich machen, wenn ich das Baby wäre – oder die Mutter?“, fragen sich die Kinder, bevor sie Hermann und seine Mutter mit einem ganz leise gesungenen Lied schließlich verabschieden.

Kindertagesstättenleiterin Jutta Hoff und Gruppenleiterin Melanie Kolrep haben bei dem Osnabrücker Schulseelsorger und Pastoralreferent Christoph Moormann eine Fortbildung zum Thema „B.A.S.E.-Babywatching“ (Babybeobachtung) besucht. Die Baby-Beobachtung im Kindergarten fördert die Empathiefähigkeit und Sensitivität der Kinder, baut Aggressionen ab und fördert bewusst Gefühle. So werden Kinder auch untereinander feinfühliger, sozialer sowie weniger ängstlich.

Es ist vorgesehen, Babys von der Geburt bis zum ersten Lebensjahr zu beobachten. Das Projekt soll in der Gehlenberger Kindertagesstätte auch in anderen Gruppen fortgesetzt werden.

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