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Experiment: Auch ohne Handy gut vernetzt

17.10.2015

Altenoythe Kein Facebook, kein Whatsapp, noch nicht einmal diese altmodischen SMS: Einen totalen Handyverzicht hatten sich Schülerinnen und Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule auferlegt – freiwillig. Elf Tage lang verzichtete ein Teil der Sechstklässler der Oberschule komplett auf mobile Kommunikation. Am Freitag zogen sie Bilanz zu diesem Projekt.

„Ich konnte meine Hausaufgaben besser machen und mich beim Lernen besser konzentrieren, weil ich nicht abgelenkt war“, berichtete Naylin. Die meisten anderen hatten ebenfalls positive Effekte bei sich festgestellt. „Ich war öfter in der Natur, zum Beispiel mit dem Hund oder zum Entenfüttern“, erzählte Judith.

Langweilig wurde in der handylosen Zeit den wenigsten. Statt auf dem Bildschirm zu tippen, spielten sie halt mit den Geschwistern, bauten mit Legosteinen oder tobten sich auf dem Bolzplatz aus. Zudem vernetzten sich die Schüler ganz altmodisch per Telefon oder über Verabredungen auf dem Schulhof.

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Sehr zufrieden mit diesen Ergebnissen waren Anja Vaske und Kira Döpke. Die beiden Sozialpädagoginnen hatten das Experiment im Unterricht für Methoden- und Sozialtraining zum Themenkomplex „Medienkompetenzen“ vorgeschlagen. „22 Schüler haben freiwillig teilgenommen“, erzählte Döpke. Gar nicht einfach, wenn man (die meisten) schon seit der Grundschule daran gewöhnt ist. 21 von ihnen hielten bis zum Ende durch. Bloß eine Schülerin verlangte in der Zeit ihr Handy zurück.

Trotz der positiven Erfahrungen: Über die Rückgabe der geliebten Mobiltelefone freuten sich die Kinder dann doch. Denn auch einige Nachteile waren ihnen aufgefallen. „Im Bus musste ich jeden Tag das Geschrei aushalten, weil ich keine Musik hören konnte“, monierte Paul. Außerdem wussten die Schüler ohne die Uhr im Handy oftmals gar nicht mehr, wie spät es war – eine Armbanduhr trägt nämlich keiner von ihnen.

Ab sofort sind die Schüler wieder vernetzt. Doch womöglich hat das Projekt für einen anhaltenden Lerneffekt gesorgt. Torben zum Beispiel erzählte, dass er seine Mutter gebeten habe, nach den Herbstferien das Handy zur Hausaufgabenzeit wegzuschließen. „Denn ohne das ständige Piepsen kann ich viel besser arbeiten.“

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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