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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Aus Salomons Geschichte lernen

30.09.2016

Altenoythe Diese Geschichtsstunde der besonderen Art werde sie nicht so schnell vergessen, sagt Ayfel Agermann (15) – und erntet allgemeine Zustimmung. Am Tag nach dem Vortrag von Sally Perel, dem „Hitlerjungen Salomon“, beschäftigt seine Geschichte die Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe noch kräftig.

Und zu einer fundierten Analyse gehört neben einer guten Vorbereitung – die Schüler schauten im Vorfeld den Film zu Perels Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ – auch eine entsprechende Nachbereitung, sagt Sozialpädagogin Kira Döpke. Schließlich seien seine Themen hochaktuell, betont Sascha Oellerich, didaktischer Leiter der Oberschule.

344 schüler bei Vortrag

Zum vierten Mal war Salomon „Sally“ Perel, initiiert durch die Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe, für einen Vortrag in Friesoythe. Er tourt oft durch Deutschland, um Jugendlichen seine Geschichte zu erzählen.

Am Mittwoch sprach der in Tel Aviv lebende 91-Jährige zum zweiten Mal im Forum am Hansaplatz vor insgesamt 344 Schülern der Oberschule Altenoythe sowie des Albertus-Magnus-Gymnasiums Friesoythe.

Bewegt hat die Schüler vor allem die persönliche Geschichte Perels. „Was die Lehrer über früher erzählen, davon vergisst man viel. Aber wenn jemand das persönlich erzählt, das vergisst man nie“, sagt Maria Barhou (17). Zeitzeugen seien die besten Geschichtslehrer, bekräftigt Oellerich – ein Geschichtslehrer.

Doch was vor allem hängen geblieben ist: Die Geschichte des jüdischen Hitlerjungen, der den Holocaust überlebt hat, hat sich zwar vor mehr als 70 Jahren abgespielt, hat aber immer noch eine große Bedeutung. „Er möchte den Jugendlichen erzählen, wie es war, damit das nicht noch mal passiert“, bringt es Daniel Schneider (17) auf den Punkt. Deshalb sei, wie Perel es im Vortrag betonte, kritisches Denken bei den Schülern enorm wichtig, meint Döpke: „Die Jugendlichen haben keine Schuld, aber eine Verantwortung. Sie dürfen nicht vergessen.“

Doch genauso wichtig ist: „Was Perel passiert ist, passiert in ähnlicher Weise auch heute noch. Leute werden wegen ihres Glaubens unterdrückt, verletzt und getötet“, sagt Agerman, unter anderem mit Blick auf die Kurden, und spricht sich klar dagegen aus: „Ich glaube, Gott will, dass man lebt.“

Und auch der hohe Zuspruch zur AfD macht den Jugendlichen sorgen. Schneider kann sich gut vorstellen, dass etwas ähnlich Schlimmes passiert wie damals, „wenn die an die Regierung kommt.“

Damit das nicht passiert, sei kritisches Denken wichtig, weiß Vanessa Satorius (15): „Es gibt viele Menschen, die nur Mitläufer sind. Wenn zwei oder drei zum Beispiel Mobbing starten, schließen sich viele an, weil sie das cool finden – oder Angst haben. Da muss man die Stärke haben, zu sagen: Ich mache da nicht mit.“ Auch Agerman meint, dass Gruppenzwang eine große Rolle spielt, man sich ihm aber nicht unterwerfen muss: „Es braucht sich nur einer dagegenstellen – der bleibt dann nicht lange alleine.“

Lehrer Oellerich zieht ein positives Fazit. Bei den Schülern sei die Botschaft, die Warnung angekommen. Auch Döpke ist von den Schlüssen der Schüler beeindruckt, und macht noch einmal klar: „Ihr seid hier, ihr schreibt jetzt Geschichte.“

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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