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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Bereicherung für’s Schulleben

01.03.2017

Ramsloh Die Welt wächst immer weiter zusammen. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen treffen immer häufiger aufeinander, egal ob im Urlaub, auf der Arbeit oder bereits in der Schule.

Das merkt man auch am Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) in Ramsloh. Derzeit besuchen vier ausländische Schüler aus Bolivien, Venezuela, China und Frankreich im Rahmen verschiedener längerfristiger Austauschprogramme die Schule.

Reinhard Dreker, Direktor des Gymnasiums, erklärt in einem Gespräch mit der NWZ, warum er es gut findet, internationale Gäste an seiner Schule zu begrüßen und was ein solcher Austausch den jungen Menschen bringt. Mitgebracht hat er Texte der Gastschüler, die ihre Eindrücke vom Leben in Deutschland schildern.

Blick über den Tellerrand

„Schüler, die für mehrere Monate oder sogar für ein ganzes Jahr nach Deutschland kommen, wagen den Blick über den Tellerrand“, sagt der Pädagoge. Die jungen Leute aus dem Ausland würden sich auf ein richtiges Abenteuer einlassen.

„Die Jugendlichen leben in Gastfamilien und nehmen während ihres Aufenthaltes am regulären Schulunterricht teil“, berichtet Dreker. Das sei nicht immer einfach, vor allem, wenn die ausländischen Schüler neu seien und es noch sprachliche Barrieren geben würde.

Aber genau darin sieht Dreker auch eine Chance für alle Beteiligten. „Die Gastschüler lernen die deutsche Sprache im täglichen Gebrauch, das funktioniert meist besser als im Unterricht.“ Darüber hinaus würden die deutschen Mitschüler sich bemühen, ihren Gästen die Sprache beizubringen und ihnen dabei helfen, sich im Schulleben zurechtzufinden. Das fördere den Erwerb sozialer Kompetenzen.

Nachgefragt

Ich bin nach Deutschland gekommen, weil ich die Welt kennen lernen will. Ich wollte, dass Deutschland dabei mein erstes Land ist, weil ich das Land sehr interessant finde mit der Geschichte und all den modernen Dingen, die es hier gibt.

Alles, was ich in Deutschland gesehen habe, war wunderschön. Komisch fand ich das Verhalten der Leute. Die sind hier alle so höflich, korrekt und strikt. Ich glaube, dass das der Grund ist, weshalb es Deutschland so gut geht.

Marcelo Robles, Bolivien

Abgesehen von den sprachlichen Kompetenzen würden die Jugendlichen aber vor allem lernen, sich mit anderen Menschen und anderen Kulturen zu beschäftigen und auch zu arrangieren. Das könne im späteren Berufsleben sehr hilfreich sein, wenn man zum Beispiel mit ausländischen Kollegen oder Geschäftspartnern zusammenarbeiten müsse.

Um die Verständigung mit den Gastschülern zu unterstützen, gibt es Fremdsprachenassistenten, die die Landesschulbehörde an Schulen entsendet. „Momentan haben wir mit Vaness David eine Fremdsprachenassistentin aus Frankreich am LSG“, sagt Dreker. Sie werde hauptsächlich eingesetzt, um Lehrer im Unterricht zu unterstützen und bleibt für ein Jahr.

Gute Erfahrungen

Reinhard Dreker hat nie längere Zeit im Ausland gelebt. Er hat aber gute Erfahrungen mit Ausländern gemacht. „In meiner Familie haben mehrere Fremdsprachenassistenten gelebt“, berichtet er. „Das war jedes Mal eine sehr bereichernde Erfahrung. Außerdem sind gute Freundschaften entstanden.“ Er habe die Assistenten, die bei ihm gelebt hatten, mit seiner Familie auch in deren Heimatländern besucht und so das Ausland kennen gelernt.

„Deshalb freue ich mich, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr Schüler dazu entschieden haben, ins Ausland zu gehen und freue mich über jeden Gast, der unser Schulleben mit seinem Besuch bereichert“, sagt der Schulleiter.

Nachgefragt

Mein Name ist Hu. Ich komme aus China und bin seit dem Sommer in Deutschland. Es gab keinen besonderen Grund, weshalb ich hierher gekommen bin, das hat sich so ergeben. Vielleicht war es Schicksal.

Alles in allem war es aber eine richtige Entscheidung. Ich mag das Land. Mein Leben hier ist ganz anders als in China. Ich habe mehr Zeit draußen zu sein. Ich fahre gerne Fahrrad und Inliner. Ich habe nach der Schule viel Zeit für Abenteuer. Das ist geil!

Die Schule hier ist auch gut. Ich bin auf einer Skifreizeit gewesen und hatte viel Spaß. Die Lehrer sind nett.

Ein Höhepunkt waren für mich Weihnachten und Neujahr. Wir feiern kein Weihnachten in China. Der Weihnachtsmarkt, die Plätzchen und Glühwein waren neu für mich. Ich habe viele Geschenke bekommen.

Ich sehne mich nach meiner Familie und Deutsch zu lernen ist schwer. Es gibt noch viel, was ich nicht verstehe. Trotzdem mag ich es hier.

Ich wollte die deutsche Kultur verstehen und nette Leute kennen lernen. Ich freue mich, dass das geklappt hat und ich neue Freunde gefunden habe.

Hu Zhiying (China)

Nachgefragt

Ich lebe schon seit fünf Monaten in Deutschland. Halbzeit – und ich kann sagen, ein Austauschjahr ist die beste Entscheidung, die man treffen kann. Schon in dieser kurzen Zeit habe ich viel gelernt und Dinge getan, von denen ich vorher nur geträumt habe, wie Ski fahren oder Hamburg und Berlin besuchen.

Ich bin nach Deutschland gekommen, weil ich denke, dass das Land eine spannende Geschichte und Kultur hat. Außerdem gibt es ein fortgeschrittenes Bildungssystem und eine gute Wirtschaft. Deshalb möchte ich in Deutschland Medizin studieren. Deutsch ist eine komplizierte Sprache, trotzdem finde ich sie sehr interessant und wunderbar.

Was mir am meisten gefällt, ist das Essen. Es ist anders als in Venezuela, aber trotzdem lecker. Ich liebe es auch, jeden Nachmittag Tee zu trinken und dabei Kekse und Kuchen mit meiner Gastfamilie zu essen.

Ich mag die Persönlichkeit der Leute hier. Deutsche sind sehr nett, anständig, folgen ihren Regeln und kümmern sich um die Umwelt.

Mariana Marturet (Venezuela)

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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