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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Professor aus Bösel feiert 80. Geburtstag

15.11.2018

Bösel Universitätsprofessor Dr. Hermann Gelhaus, der vor kurzem 80 Jahre alt geworden ist, verbringt seit einigen Jahren mit seiner Ehefrau seinen Lebensabend in seinem Geburtsort Bösel.

Hermann Gelhaus wurde am 31. Oktober in Bösel geboren. Das Abitur machte er 1959 am CAG in Cloppenburg. Seine Studienfächer Theologie, Latein und Germanistik führten ihn nach Münster, Freiburg und Basel, wo er 1964 promovierte. Die Habilitation erfolgte 1971 in Basel. Als wissenschaftlicher Assistent war er in Mannheim und Basel tätig. Während seiner Zeit als Hochschullehrer war Gelhaus als Privat-Dozent in Basel tätig, ab 1972 war er Uni-Professor in Trier.

Dr. Hermann Gelhaus ist durch mehrere Publikationen bekannt geworden. Die Library of Congress (Washington) verzeichnet unter dem Namen Hermann Gelhaus sieben Bucheinträge. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen im Bereich der deutschen Grammatik und der deutschen Sprachgeschichte.

Was die Grammatik angeht, so hat Hermann Gelhaus 1984 im Rahmen der Duden-Grammatik einen bedeutenden Beitrag zur deutschen Wortarten-Grammatik geliefert. Seine Studie über den „Modalen Infinitiv“ (1977) findet bis heute weite Beachtung. Die Probleme der Syntax (Satzbau) versuchte er 2007 mit einem leistungsstarken, mathematisch-kybernetischen Ansatz zu lösen („Grundsatz einer Operatoren-Syntax im Deutschen“).

Mit seinen Studien zur deutschen Sprachgeschichte wendet sich Gelhaus vorzüglich der lutherischen Bibelübersetzung zu, genauer: dem Streit über Luthers Bibelübersetzung. Der Streit ist bis heute nicht entschieden, aber er hat seine Wirkung insofern getan, als sich Luthers Übersetzungs-Prinzipien weitgehend durchgesetzt haben.

Mit seiner Übersetzung setzte sich auch Luthers Sprache als unsere Hoch- und Einheitssprache durch. Im Rahmen seiner Luther-Forschungen gelang Gelhaus eine bedeutende Entdeckung, indem er nachweisen konnte, dass der Autor Friedrich Traub identisch mit dem Autor Friedrich Staphylus ist.

In seinem Büro liegen zwei Schriftstücke bekannter Politiker – eines von Helmut Kohl, eines von Kurt Beck. Beide haben ihn in ihrer Funktion als rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten zum Professor ernannt bzw. in den Ruhestand versetzt.

Gelhaus ist im Ruhestand keineswegs untätig. Als ganz aktuelles Projekt liegt ihm die Frage nach dem Verhältnis von katholischer Kirche und plattdeutscher Sprache am Herzen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne mit Musik. Er ist Mitglied des Gemischten Chors in Bösel und des Schlossorchesters Oldenburg. Er ist zweiter Vorsitzender der Borsla-Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur Bösel e.V. und langjähriges Jury-Mitglied des Borsla-Preises.

„Ich besuche auch gerne meine Enkelkinder, die leider weit weg in Amerika wohnen“, sagt Gelhaus.

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