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SPD-Urgestein Erhard Eppler ist tot
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Aktualisiert vor 26 Minuten.

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SPD-Urgestein Erhard Eppler ist tot

NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Die Sprachlosigkeit aufbrechen

23.11.2017

Bösel Tod und Sterben? Darüber wird nicht gesprochen, wenn Kinder anwesend sind. Von Beerdigungen werden sie ferngehalten und manchmal wird ihnen sogar vorenthalten, wenn Eltern schwer krank sind oder der Opa im Sterben liegt. Die Sprachlosigkeit in erster Linie der Erwachsenen ein Stück weit aufbrechen – dieses Ziel hat das Projekt „Gib mir ein bisschen Sicherheit“, das der Ambulante Hospizdienst der Malteser in Friesoythe an drei Tagen in der St.-Martin-Grundschule durchführte.

Mit den Drittklässlern der Grundschule hatten die Ehrenamtlichen an drei Tagen jeweils drei Stunden lang über Themen wie „Leben und Sterben“, „Tod, was bedeutet das?“ oder „Trost und Trösten“ gesprochen. Am Mittwoch fand das Projekt seinen Abschluss und Kinder wie Lehrerinnen bedankten sich bei den ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern Margot Ohms, Silke Bührmann, Birgit Kamphaus, Andrea Schwantje, Walter Hußmann und Gerda Machon sowie bei Hospiz-Koordinatorin Marlies Steenken.

Immer näher sei man zusammengerückt, schilderten die Ehrenamtlichen im Gespräch mit der NWZ. Nach und nach hätten sich die Kinder geöffnet, hätten von ihren Erfahrungen mit Tod und Sterben berichtet. Dass das Erzählte in der Klassenrunde vertraulich behandelt wird, selbstverständlich für die Mädchen und Jungen.

Immer wieder kommen Schulen und Kindergärten auf den Hospizdienst zu, berichtet Marlies Steenken. Sie suchen Beratung, wenn ein Todesfall im schulischen Umfeld eingetreten ist, oder bitten um Unterstützung, wen es um die Themen Sterben, Tod und Trauer im Unterricht geht. Für den „Ernstfall“ hat die Grundschule auch eine „Trauerkiste“ gepackt. Darin enthalten sind auch Hilfestellungen, wenn die Nachricht über einen Todesfall in der Schule zu überbringen ist oder konkrete Vorschläge für eine Andacht.

Ziel des Projektes sei auch, Kindern mit Eltern, Großeltern, Lehrern über das Thema ins Gespräch zu bringen. Und das sei sehr gut gelungen, berichtete Lehrerin Anna Behrens aus Gesprächen mit Eltern.

Dadurch fällt es auch Eltern leichter, mit ihren Kindern über diese schwierigen Themen zu sprechen, denn die Erfahrung, die Marlies Steenken gemacht hat: Je ängstlicher Erwachsene dem Thema Sterben, Tod und Trauer gegenübertreten, desto mehr verunsichern sie ihre Kinder. Mögliche Folgen: Angst wie beim Kind, das dachte, der Opa würde nach seinem Tod wie ein Skelett im Bett liegen. Daraus resultierte eine große Angst, den Opa tot zu sehen. Oder Wut, selbst nach langer Zeit noch, als Eltern dem Kind ein Verabschiedungsritual für das tote Haustier vorenthalten haben.

Den Kindern habe das Projekt gut gefallen, ist Anna Behrens überzeugt. Sie hätten ihre Gefühle ganz offen geäußert. Und letztlich habe es auch die Solidargemeinschaft gestärkt. Das Projekt würde die Grundschule jedenfalls gerne einmal wiederholen.

Freiwillige Spenden der Eltern übergaben die Grundschüler zudem am Mittwoch an Marlies Steenken.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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