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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Gebürtige Böselerin ist eine ausgezeichnete Hirnforscherin

16.10.2018

Bösel /Tübingen Auf ihre Promotion konnte Ann-Christin Wendeln vor gerade drei Wochen anstoßen, nun gibt es erneut Gelegenheit zum Feiern. Die 25-jährige gebürtige Böselerin erhält den Attempto-Preis der Tübinger Attempto-Stiftung. Sie wird damit für ihre Veröffentlichung über den Einfluss des Immungedächtnisses im Gehirn auf neurologische Erkrankungen geehrt. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert.

Verliehen wird der Preis an die gebürtige Böselerin an diesem Mittwoch. Ann-Christin Wendeln befasste sich am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung mit Immunzellen im Gehirn. Sie untersuchte die Reaktionen der Zellen auf Entzündungsreize, die im Körper und nicht im Gehirn selbst verabreicht wurden. Die Studie ergab, dass solche Reize verschiedene Prozesse in den Immunzellen des Gehirns, den Mikroglia, einleiten, die zu einer langfristigen Reprogrammierung der Mikroglia führen – bedeutet: Sie verändern ihren Zustand.

Bei genveränderten Mäusen, die als Modell der Alzheimer-Erkrankung dienen, verschlimmerten bestimmte Entzündungsreize die für die Krankheit typische Plaque-Bildung im Gehirn. In ähnlicher Weise veränderte eine solche Immunstimulation die Krankheitscharakteristika nach einem Schlaganfall.

mit 10 000 Euro dotiert

Der Attempto-Preis wurde 1983 von dem Psychiater Konrad Ernst und seiner Ehefrau Dorothea gestiftet. Er wird jährlich an Nachwuchswissenschaftler für herausragende Arbeiten über Hirnleistungen und deren Störungen vergeben, die an der Universität Tübingen und an den der Universität verbundenen Tübinger Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft entstanden sind.

Zurzeit werden jährlich zwei Nachwuchswissenschaftler mit einem Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro ausgezeichnet. Das Geld kann zur Förderung ihrer weiteren wissenschaftlichen Karriere eingesetzt werden.

Die Forscherin konnte gemeinsam mit ihren Kollegen den Nachweis erbringen, dass die Mikroglia im Gehirn der Sitz des angeborenen Immungedächtnisses sind. Außerdem ergab ihre Studie, dass auf den Körper einwirkende Entzündungsreize Langzeitveränderungen im Immungedächtnis des Gehirns auslösen und darüber Einfluss nehmen auf den Verlauf neurologischer Erkrankungen. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Erforschung von neurologischen Erkrankungen, die mit einer entzündlichen Komponente zusammenhängen. Nun wäre der nächste Schritt zu schauen, ob diese Mikroglia positiv moduliert werden könnten, erklärt Ann-Christin Wendeln.

Der Lebenslauf der 25-Jährigen liest sich beeindruckend: 2009 machte sie mit 15 Jahren als jüngste Abiturientin Niedersachsens und eine der jüngsten bundesweit ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 am privaten Internatsgymnasium Schloss Torgelow in Waren (Mecklenburg-Vorpommern). Nach dem Abi folgte das Studium in Bonn: Biomedizin. Nach Bachelor und Master – beides mit der Note 1,1 – wechselte sie für die Promotion an die Universität nach Tübingen. Auch in naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlichte sie in dieser Zeit.

Der nächste Schritt wäre für die sie der Wechsel zu Forschungseinrichtungen ins Ausland. Doch der Wissenschaft hat sie nun den Rücken gekehrt. „Die Forschung macht mir großen Spaß“, sagt Ann-Christin Wendeln. Doch die Unsicherheit in der Wissenschaft, die häufige Job- und Wohnortwechsel verlangt, sprachen für sie dagegen. Und so wechselte sie Anfang Oktober von der Universität in die Wirtschaft zu einem Unternehmen, das Software für die Automobilindustrie testet.

„Ich wollte schon immer mal Programmieren lernen“, sagt Ann-Christin Wendeln. Jetzt, kurz nach der Promotion, sei der richtige Zeitpunkt, etwas Neues kennenzulernen. Zu 100 Prozent ausschließen möchte sie gleichwohl noch nicht, dass sie irgendwann wieder in die Wissenschaft zurückkehrt.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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