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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

„Bürger und Schüler kämpften für Bitter“

18.04.2008

CLOPPENBURG Endgültig vermag heute niemand mehr zu sagen, warum Hermann Bitter erst am 3. November 1953 zum Leiter des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) berufen wurde. Wohl aber vernahmen die rund 100 Besucher des Historischen Nachmittages des Geschichtsausschusses im Heimatbund des Oldenburger Münsterland am Mittwoch im Lehrerzimmer des CAG, welche Machenschaften und Entscheidungen eine Ernennung zum Oberstudiendirektor und Schulleiter bereits 1945 zunichte machten. In seinem Vortrag „Hermann Bitter als Kommissarischer Schulleiter – die Hintergründe seiner Wartezeit“ nannte der Historiker Karl Sieverding die Gegner und Fürsprecher Bitters.

Dabei fing für Bitter, heutiger Ehrenbürger der Stadt Cloppenburg, nach dem Krieg alles gut an. Bereits am 8. September 1945 bekam er vom Minister für Kirchen und Schulen in Oldenburg, Fritz Kaestner, die widerrufliche Weiterbeschäftigung im Schuldienst. Die Bürgermeisterversammlung verfasste noch im November eine Resolution zu Gunsten Bitters. So ernannte Kaestner den Studienrat Bitter am 17. Dezember zum Kommissarischen Schulleiter.

Doch das Blatt wendete sich im Juni 1946. Die Auswertung des von Bitter ausgefüllten Fragebogens zur Entnazifizierung ließ für die Militärregierung wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP und der SA nur ein Schluss zu: ihn als Lehrer abzulehnen. In diesem Zusammenhang taucht ein von Seitens des Staates und der Kirche tief enttäuschter Johannes Göken auf. Göken war derzeit Pfarr-Rektor in Hemmelte. Ihn bringt Sieverding mit der Abberufung Bitters am 1.Oktober 1946 und der Ernennung von Dr. Claus Thomé in Zusammenhang.

Einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen seinen Rauswurf führten im Anschluss zahlreiche in der Öffentlichkeit anerkannte Bürger der Stadt sowie Schüler Bitters. Unter ihnen der Dominikaner Pater Laurentius Siemer. Die Bestrebungen der Cloppenburger, Bitter erneut zu etablieren, habe Oberschulrätin Erna Buschmann (Oldenburg) verhindert, so Sieverding. Nach dem Weggang von Schulleiter Johannes Hartweg nach Recklinghausen (1. Oktober 1953), schien der Weg für Bitter frei zu sein. Noch am 12. Oktober beauftragte der damalige Kultusminister Richard Voigt Studienrat Dr. Alfred Gwosdz mit der Leitung des CAG. Die Urkunde bekam er noch, seinen Dienst in Cloppenburg trat er jedoch nicht mehr an.

Neuer Schulleiter wurde am 3. November 1953 Hermann Bitter. Wer alles in den drei Wochen von Cloppenburg nach Hannover gereist sei, sei nicht mehr nachzuvollziehen, so Sieverding am Ende seines Vortrages.

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