• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Bildung In Cloppenburg: Wer ist zuständig für die Digitalisierung?

06.07.2020

Cloppenburg Die Corona-Krise hat den Handlungsdruck noch einmal deutlich erhöht. Die Digitalisierung der Schulen ist auch in Cloppenburg zu einem der drängendsten Probleme geworden. Wie der digitale Wandel am besten bewerkstelligt werden kann, darüber ist jetzt im städtischen Schulausschuss eine kontroverse Diskussion entbrannt.

Kein schnelles Ende

Ausschussmitglied Olaf Vocks (CDU) beschäftigte sich vor allem mit der mangelnden Endgerätausstattung, die häufig schon jetzt bildungsferne Schichten trifft. Es müsse bis zum Beginn des neuen Schuljahres gelingen, Laptops und Tablets in bedürftige Haushalte zu bringen. Denn nur der Kernunterricht werde in der Schule im Klassenverband stattfinden, die Nebenfächer könnten auch weiterhin im Homeschooling gegeben werden, glaubt Vocks.

Allein an der Johann-Comenius-Oberschule gebe es 150 Familien, die sich Endgeräte ausleihen müssten, und an seiner St.-Andreas-Schule seien es 60, berichtete Lehrer-Vertreter Ingo Götting. Mit Papas Smartphone in der Küche – umringt von Geschwistern – arbeiten, sei kein effektives Zu-Hause-Lernen.

Kritik an der Rolle des Landes übte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU). Mit den 109 000 Euro, die der Stadt Cloppenburg aus dem niedersächsischen Sofortaus­stattungsprogramm für Endgeräte zustünden, stehle sich das Land aus seiner Verantwortung. Es sei ja nicht allein damit getan, einen Laptop oder ein Tablet anzuschaffen – sie müssten auch eingerichtet, ausgeliehen, gewartet, verwaltet und gegebenenfalls ersetzt werden. Mit dem Programm des Landes würden die Kommunen lediglich angefüttert.

Kritik an der Umsetzung des vom Rat beschlossenen Digitalkonzepts übten Götting und dessen Grundschulleiter-Kollege Ralph Meyer, der für die UWG im Rat sitzt. „Wir sind entsetzt über die Schwerfälligkeit“, kommentierte Meyer die geplante Umsetzung. Drei Arbeitsgemeinschaften – eine Runde mit den Schulleitern, eine mit Fachlehrern und eine mit IT-Spezialisten an Schulen – hätten in zwei Jahren nur dreimal mit dem Berater und Informatiker Professor Dr. Michael Brinkmeier (Universität Osnabrück) getagt.

Gemeinsame Basis

Wie berichtet, soll für alle Cloppenburger Schulen in städtischer Trägerschaft eine gemeinsame IT-Basis entwickelt werden, auf der die spezifischen Lösungen für die einzelnen Schulen fußen. Jede Schule, meinte Götting, brauche einen eigenen IT-Berater – und das könne kein Lehrer sein, der das nicht gelernt habe. Man habe vor zwei Jahren gegenüber anderen Kommunen einen Vorsprung gehabt, den man jetzt zu verspielen drohe.

Dem widersprach Bürgermeister Wiese. Von den rund 1,1 Mio. Euro, die Cloppenburg aus dem Digitalpakt des Bundes bekäme, habe die Stadt bereits im ersten Förderjahr für ein Dutzend Anträge 336 000 Euro bewilligt bekommen. Dagegen habe Hannover noch nicht einen Euro ausgegeben.

Die Fachlehrer – so Götting und Meyer weiter – seien gefrustet gewesen, dass in zwei jeweils dreistündigen Konferenzen mit Berater Brinkmeier kaum etwas Zählbares herausgesprungen sei. Wesentlich effektiver sei es dagegen in der Schulleiterrunde gewesen.

Daraufhin stellte SPD-Ausschussmitglied Andreas Borchers den Antrag, dass Brinkmeier künftig nur noch mit den Schulleitern tagen solle, was Dr. Franz Stuke (CDU) für einen Fehler hielt. Damit werde – so Stuke – ein laufendes Verfahren gestört. Dennoch setzte sich Borchers mit seinem Antrag durch. Sieben Ausschussmitglieder stimmten dafür, genausoviele enthielten sich.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04471 9988 2801
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.