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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

„Cloppenburg“ direkt aus dem Weltall

19.08.2017

Cloppenburg Im März ist dem Cloppenburger Hartmut Osterburg auf einem Steinwall am Feldrain ein ungewöhnlich aussehender Stein aufgefallen: ein Stück aus dem Weltraum, wie sich später herausstellen sollte. Inzwischen ist der Fund offizielle bestätigt. Darüber berichtet er der Nordwest-Zeitung.

„Bei dem nur knapp 142 Gramm schweren Gesteinsbrocken handelt es sich um einen etwa 4,5 Milliarden Jahre alten außerirdischen Besucher, genauer gesagt um einen Steinmeteoriten. Dies konnte nun, fünf Monate nach dem Fund, von offizieller Stelle bestätigt werden. Der sogenannte Chondrit entstammt vermutlich, wie die meisten Meteoriten seiner Art, aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort gibt es hunderttausende kleiner Planeten aus Gestein und Metallen. Die genaue Klassifizierung ergab, dass es sich um einen gewöhnlichen Chondriten vom Typ H4-5 mit dem Verwitterungsgrad W3 handelt. Welcher kosmische Unfall ihn aus seiner Bahn geworfen hat und wann es ihn nach Cloppenburg verschlagen hat, ist nicht geklärt. Sicher ist nur: Der Fall des Meteoriten liegt wohl schon etliche Jahrzehnte zurück.

Der für seine geringe Größe sehr schwere, metallhaltige und ferromagnetisch reagierende Stein wurde vom Finder an das DLR-Institut für Planetenforschung gemeldet, um ihn begutachten zu lassen. Der Meteoritenfachmann des DLR, Dieter Heinlein (Augsburg), erkannte die meteoritische Natur des Steins und leitete diesen an Prof. Dr. Addi Bischoff am Institut für Planetologie an der Uni Münster, Deutschlands renommiertesten Experten für Meteoritenklassifikation, weiter.

„Ein extrem seltener Fund!“, freute sich auch Dieter Heinlein, der den Finder in Cloppenburg besuchte. Die Chance auf einen solchen zufälligen Meteoritenfund in Deutschland ist, Heinlein zufolge tausendmal geringer als ein Sechser im Lotto.

Meteoriten sind für die Wissenschaft äußerst wichtig, und ein solcher Fund sorgt für entsprechend viel Aufsehen in der Fachwelt. Da so alte und ursprüngliche Gesteine auf der Erde nicht vorkommen, erhoffen sich Forscher durch Untersuchungen Erkenntnisse über die Bildung von Planeten und die Verhältnisse in frühen Phasen der Entstehung unseres Sonnensystems.

In der Umgebung Cloppenburgs wurden schon andere Meteorite gefunden, nämlich 1930 die zwei Bruchstücke des sogenannten Oldenburg Meteoriten (bei Beverbruch und Bissel), und etwa im Jahr 1945 der Chondrit von Benthullen. Bei den Untersuchungen wurde unter anderem geprüft, ob es Zusammenhänge zwischen diesen drei Meteoriten gibt, was jedoch nicht der Fall ist.

Einen Namen hat der neue Steinmeteorit auch schon erhalten: „Cloppenburg“:

Im August wurde der „Cloppenburg“ als 49. in Deutschland gefundener Meteorit offiziell anerkannt und ins Meteoritical Bulletin, der weltweiten Datenbank für registrierte Meteorite, eingetragen. Im Niedersachsen gibt es nun acht anerkannte und wissenschaftlich untersuchte Meteorite, vier beobachte Meteoritenfälle und vier Zufallsfunde. Der 142 Gramm schwere Steinfund macht die Stadt Cloppenburg – in der Meteoriten-Fachwelt – international bekannt.

Die nach den Untersuchungen verbliebene Hauptmasse des Cloppenburg Meteoriten befindet sich in der Privatsammlung von Dieter Heinlein, einer in über 40 Jahren aufgebauten Kollektion von internationalem Rang. Somit ist sichergestellt ist, dass der Stein für Ausstellungen und Volksbildung zur Verfügung steht und nicht zerstört oder verkauft wird.

Am 29. September wird der Astrophysiker Heinlein an der Oberschule Pingel Anton am Standort Galgenmoor einen Vortrag zum Thema Meteorite halten und den Cloppenburg Meteoriten dort auch präsentieren.“

Bereits vor Jahrzehnten fiel im Raum Cloppenburg ein Stein von Himmel – ein besonders großes Exemplar, das gleich zweimal für Schlagzeilen sorgte. Einmal, als der Stein gefunden wurde – und ein zweites Mal, als die Hälfte davon verloren ging. Er verschwand in einem Museum, wo er bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Hier lesen Sie die Geschichte.

Christoph Floren
Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2804

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