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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Nachruf: Der Tod war das Thema seines Lebens

10.09.2020

Emstek /Tokio Der Tod war das große Thema seines Lebens: Mehr als 30 Bücher hatte er darüber verfasst – manche wurden Bestseller. Nun ist der aus Emstek stammende Alfons Deeken im Alter von 88 Jahren am 6. September gestorben. Und damit erlosch eine viel beachtete Stimme, die so viel zu sagen hatte und damit ein Millionenpublikum erreichte.

Alfons Deeken wurde am 3. August 1932 in Emstek geboren. Dort wuchs er auch auf. Nach dem Abitur am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg, Jahrgang 1952, trat Deeken in den Orden der Societas Jesu (S.J.) ein. Nach Studienjahren in München und Tokio promovierte Deeken an der Fordham University in New York. Anschließend ging er nach Japan. Dort empfing er auch 1965 die Priesterweihe.

1973 erhielt Deeken einen Ruf als Professor für Philosophie an die Sophia-Universität in Tokio. Seine Fachgebiete waren die Philosophie des Todes, philosophische Anthropologie und Geschichte westlicher Ethik.

1982 gründete er die „Japanische Gesellschaft für Sterbe-Erziehung und Trauerberatung“. Sein dreibändiges Werk „Sterbeerziehung“, das im Jahr 1986 erschien, galt als Wendepunkt im Denken der Japaner über Sterben, Tod und Trauer. Im japanischen Staatsfernsehen hielt er 13 Vorlesungen über das Thema „Sterbeerziehung“ und erreichte so ein Millionenpublikum.

Deeken setzte sich stark für die Hospizbewegung in Japan ein. Er arbeitete als einziges nicht-japanisches Mitglied in der Beratungskommission im japanischen Gesundheitsministerium mit und engagierte sich für eine bessere Betreuung sterbender Menschen. Nach dem schweren Erdbeben in Kobe 1995 richtete Professor Deeken einen Telefonberatungsdienst ein.

1989 erhielt Deeken den Global-Preis für Sozialmedizin und Wohlfahrt und 1991 den Amerikanischen Thanatologiepreis der Columbia University of New York. Zudem erhielt er in Anerkennung seiner literarischen Leistung den Kikuchi-Kan-Literaturpreis. 1998 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

2002 wurde er emeritiert, 2016 zog er in ein Altenheim seines Ordens in Tokio.

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Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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