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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Stadt trauert um Ludger Lütkehaus

27.11.2019

Freiburg /Cloppenburg Einen Monat vor Vollendung seines 76. Lebensjahres ist der aus Cloppenburg stammende Literaturwissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Ludger Lütkehaus nach langer schwerer Krankheit in seiner Wahlheimat Freiburg im Breisgau verstorben. Die Korrespondentin der Badischen Zeitung zu Freiburg formuliert im letzten Satz ihrer Würdigung voller Hochachtung: „So einen wie ihn wird es nicht mehr geben.“

Ludger Lütkehaus wurde am 17. Dezember 1943 in Cloppenburg geboren. Nach dem Abitur am Clemens-August-Gymnasium im Jahre 1963 ging er an die Freiburger Albert-Ludwigs-Universität, um dort Germanistik und Geschichte zu studieren; in Freiburg wurde er auch promoviert und habilitiert. Anlässlich seines 65. Geburtstages veranstalteten die Schopenhauer-Gesellschaft Frankfurt und die Stadt Cloppenburg in Cloppenburg ein dreitägiges Schopenhauer-Symposion, das federführend von Thomas Regehly, dem Sohn des im Jahre 2012 verstorbenen Cloppenburger Hans Regehly, moderiert wurde. Thomas Regehly hatte – gleichsam als Begleitlektüre – im Mitteilungsblatt des CAG-Ehemaligenvereins einen profunden Aufsatz über das Lebenswerk des Kulturwissenschaftlers Ludger Lütkehaus verfasst.

Thomas Regehly zitiert zu Anfang seiner Ausführungen aus Lütkehaus‘ kontrovers diskutierter Schrift „Kindheitsvergiftung“ die Sätze: „Er war ein kräftiger kleiner Junge mit gesundem Appetit, gelegentlich etwas jähzornig, wie man es von einem sich abzeichnenden starken Willen erwarten musste; es kam nur darauf an, diesen Willen rechtzeitig in den Dienst der Selbstbeherrschung zu stellen.“

Diesem wohl autobiografischen Befund schließt Regehly eine tastende Deutung des Zitats an: „Hier scheinen en miniature alle Motive seines späteren Schaffens versammelt zu sein, vom ‚starken Willen‘, der auf die anhaltende Beschäftigung mit dem Willensmethaphysiker Schopenhauer verweist, der dramaturgischen In-Dienst-Stellung und Inszenierung emotionaler Regungen, was auf die Arbeiten zum bedeutendsten Dramatiker des 19. Jahrhunderts, Friedrich Hebbel, hindeuten könnte, dem Jähzorn, der sich später in herrlichen Polemiken und Pamphleten ausleben durfte, dem vorbildlichen editorischen ‚Dienst‘ am Werk anderer, und letztlich für die Aufklärung selbst, dem sich der vielfach Geehrte zeit seines Lebens verpflichtet weiß.“

Autor dieses Beitrages ist Karl Sieverding. Der langjährige Lehrer am CAG hat mit Ludger Lütkehaus das CAG besucht und anschließend mit ihm in Freiburg studiert. Auch danach ist der Sieverdings Kontakt zu einem der vielseitigsten Geisteswissenschaftler der heutigen Zeit – der mehr als nur einen Hang zu Nietzsche und Schopenhauer hatte und sich mit Inbrunst für den Atheismus einsetzte – über all’ die Jahre nie abgerissen.

Die Stadt Cloppenburg hat es sich nicht nehmen lassen, anlässlich des 70. Geburtstages von Ludger Lütkehaus eine besondere Ehre zuteilwerden zu lassen: In Anwesenheit des Stadtrates und zahlreicher Familienangehörigen, Freunde, ehemaliger Klassenkameraden und Bekannten erhielt er im März 2014 im Rathaus aus der Hand des Bürgermeisters den Silbernen Löffel, eine Auszeichnung, die Personen erhalten, die sich um Cloppenburg verdient gemacht haben.

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