• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Kontakt
  • Werben
NWZonline.de Region

„Wir sezieren nicht den ganzen Tag“

07.11.2017

Friesoythe Seit mehr als 15 Jahren ist es Tradition, dass das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) Friesoythe gemeinsam mit dem Kulturkreis Bösel-Saterland-Friesoythe zu einem Akademieabend einlädt. Dabei berichten ehemalige Schüler über Themen aus ihrem Berufsfeld. In diesem Jahr konnte der Koordinator des Akademieabends, Hartmut Liebig, den gebürtigen Friesoyther Professor Dr. Ludwig Wilkens für einen Vortrag gewinnen.

Der ehemalige Schüler des AMG ist Chefarzt am Institut für Pathologie im Nordstadtklinikum in Hannover und referierte am Sonntag im Forum am Hansaplatz vor gut 100 Besuchern zum Thema „Was macht eigentlich ein Pathologe?“ Begrüßt wurde er von AMG-Schulleiter Peter Stelter: „Es ist klasse, dass Sie den Vortrag halten und für uns natürlich eine Eigenwerbung.“

„Es ist schon emotional, wenn man an seine alte Wirkungsstätte zurückkommt“, stieg Prof. Dr. Wilkens in seinen Vortrag ein, der bei aller Ernsthaftigkeit des Themas auch seine humorvollen Seiten hatte.

Pathologie und Rechtsmedizin – Gibt es da einen Unterschied? Und ob, sagte Wilkens. In seinem Vortrag widmete sich der gebürtige Friesoyther der Entwicklung der Pathologie. Dabei grenzte er diese Arbeit klar ab von der Rechtsmedizin, die zur Aufklärung von nicht-natürlichen Todesfällen und Gewaltverbrechen beitragen soll. Die Pathologie hingegen konzentriere sich auf natürliche Todesfälle und Erkrankungen. Sie biete Hilfestellung beim Erkennen und Verstehen von Erkrankungen.

„Es betrifft Sie fast alle einmal. Wir nehmen Sie als Ganzes, aber auch stückweise“, meinte der Professor ein wenig süffisant und stellte zudem klar: „Prof. Boerne aus der Fernsehserie ,Tatort’ ist kein Pathologe, und wir sezieren auch nicht den ganzen Tag.“

In seinem Referat ging er auf das Karzinom ein: bei den Männern auf das Prostata- und bei den Frauen auf das Brustdrüsenkarzinom. „Gehen Sie zu den Vorsorgeuntersuchungen. Nichts tun ist hier nicht angesagt. Der Prostata- oder Brustkrebs bringt sie nicht gleich um. Eine Operation ist nicht schön, aber Sie leben weiter“, sagte der Pathologe.

Das Prostatakarzinom sei mit 25,4 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Die Heilungschancen seien gut, denn 93 Prozent aller Betroffenen überleben. Das Mammakarzinom sei das häufigste Karzinom der Frau, so Wilkens. Doch auch hier seien die Heilungschancen sehr gut. 86 Prozent aller Patienten überlebten diese Krankheit. Zahlreiche Risikofaktoren seien bekannt, dabei spielten hormonelle und genetische Risiken die wichtigste Rolle. Die Kenntnis dieser Risikofaktoren könne zur Entwicklung präventiver Maßnahmen und zur Früherkennung des Mammakarzinoms beitragen, so der Pathologe.

Hartmut Liebig bedankte sich für den spannenden Vortrag mit einem Präsent bei Prof. Dr. Ludwig Wilkens.

Weitere Nachrichten:

Albertus-Magnus-Gymnasium | Kulturkreis