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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Mehr als nur Unkraut an Feldwegen

25.10.2019

Friesoythe /Hatten Brennnesseln, Giersch, Franzosenkraut, Gundermann und Vogelmiere: Der kleine braune Korb, den Nicola Aktepe in den Händen hält, ist mit den verschiedenen grünen Kräutern gefüllt. Was für viele Unkraut am Wegesrand ist, ist für die 44-Jährige ein Geschenk der Natur. Die „Heilpflanzen vor der Haustür“ würden lang vergessene Schätze beinhalten, meint sie.

Die gebürtige Friesoytherin hat sich an der Hatter Landstraße (Gemeinde Hatten) unweit vor den Toren Oldenburgs eine kleine Kräuterwerkstatt eingerichtet. In einem kleinen Bauwagen bietet sie unter anderem Kurse für Gruppen, Schulen und Kindergärten oder auch Geburtstagsfeiern an. Dann macht sie mit den Teilnehmenden Brennnessel-Chips, Salben, Wildkräuter-Suppe oder mischt mit ihnen Kräuter-Tees.

Mit Natur verbunden

Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Friesoythe sei die Verbundenheit zur Natur schon seit ihrer Kindheit da, sagt Nicola Aktepe. Die Faszination für Kräuter habe sie vor rund zehn Jahren gepackt. Als Teilnehmerin an einer Kräuter-Wanderung der Volkshochschule hörte sie, wie sich andere Teilnehmer über Helga Köhne unterhielten – einer Heil- und Wildkräuter-Kundigen aus Friesland. Der Titel des Films über Köhne „All’ns vör use Döör“ war ihr schon zuvor in der Zeitung aufgefallen.

Das Ansehen des Films und anschließende Gespräche mit Köhne schufen bei Aktepe das Bedürfnis, noch mehr über die Pflanzenwelt zu erfahren. 2011 machte sie dann eine Heilpflanzenausbildung zur Kräuterkundigen. Schnell folgte die erste AG an der Grundschule Ohmstede, in der sie ihr Wissen an Schüler weitergeben konnte; später an weiteren Schulen in und um Oldenburg – und das bis heute.

Tipps für die Erkältungszeit

Kräuter können Erkältungen vorbeugen und bei deren Genesung helfen. Nicola Aktepe nennt ein paar hilfreiche Pflanzen:
 Kapuzinerkresse finde sich in vielen Gärten. Wer an der Blüte knabbere, stärke sein Immunsystem.
 Brennnesselsamen geben Energie und können bei Erschöpfung helfen. Sie lassen sich einfach über das Essen streuen.
 Vogelbeere: Diese sei nicht giftig, wie häufig geglaubt werde. Sie habe viel Vitamin C und kann beispielsweise getrocknet über das Müsli gegeben werden.
Holunderblüten- und Lindenblütentees seien hilfreich, wenn man bereits erkrankt ist, da sie schweißtreibend wirken. 

„Was ich besonders wichtig finde ist, dass unsere Kinder ihre Wurzeln nicht verlieren“, sagt Nicola Aktepe. Viele Jungen und Mädchen würden sich immer mehr von der Natur entfremden. Sie hätten Angst, etwas anzufassen – kein Vertrauen in die Natur. Ihnen werde auch viel Angst gemacht, bloß nichts anzufassen. Überall würden Gefahren lauern, beispielsweise von Zecken, Bakterien oder anderen Krankheiten. „Dabei ist Natur Balsam für unsere Seele“, betont die 44-Jährige.

Mit ihren Kursen an Schulen und den Angeboten rund um ihren Bauwagen will sie junge Menschen wieder an die Natur führen und ihnen die Angst nehmen. Viele Schüler hätten beispielsweise eine Abscheu vor der Brennnessel, da sie wüssten, dass diese hautreizend sei. Dabei wirke die Brennnessel entgiftend und habe viel Eisen, erklärt Nicola Aktepe. Darüber hinaus seien Brennnesselsamen bei Erschöpfung hilfreich. Mit den Jungen und Mädchen geht die gebürtige Friesoytherin auch immer über den Schulhof, um nach Kräutern zu suchen, die dort zu finden sind: „Die Kinder sollen sehen, wie die Pflanzen wachsen“, sagt Aktepe.

Dabei zeige sie den Schülern immer wieder den Spitzwegerich. Dieser helfe unter anderem bei Husten und Mückenstichen. Er lindere Juckreiz und sei wundheilend. „Spitzwegerich ist sozusagen die Erste-Hilfe-Pflanze am Wegesrand“, erzählt Aktepe. Sie freue sich immer, wenn Eltern ihr erzählen, dass deren Kinder bei Spaziergängen auf den Spitzwegerich zeigen und diesen erklären würden. Die Pflanze begegne den Jungen und Mädchen immer wieder am Wegesrand und nun hätten sie einen Blick dafür.

Von Senioren lernen

Neben Schulen besucht Nicola Aktepe auch regelmäßig Seniorenheime. Dort stellt sie einmal im Monat eine Pflanze vor. Da sie in einem Drei-Generationen-Haushalt aufgewachsen sei, habe sie eine enge Verbindung zu älteren Menschen und arbeite gerne mit diesen zusammen. Bei den Besuchen nehme sie auch immer wieder viel Bereicherndes aus den Gesprächen mit den Senioren mit, erzählt Aktepe. Deren Erfahrungen mit Pflanzen, Kräutern und der Natur fließe dann wieder in ihre Arbeit mit ein.


Mehr Informationen zur kleinen Kräuterwerkstatt von Nicola Aktepe gibt es unter   www.kleine-kraeuterwerkstatt.de 
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Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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