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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Von hohen Bergen und zahmen Tieren

04.08.2017

Friesoythe /Knaben Langsam schwappt das Wasser an den Strand. Natur pur, Ruhe und keine Menschenseele weit und breit. Das gerade einmal ein Quadratkilometer große Eiland Horneøya südlich der norwegischen Kleinstadt Evje ist abgelegen und nicht bewohnt. Doch für eine Nacht wurde die idyllische Insel zum neuen Friesoyther Stadtteil erklärt – 33 abenteuerlustige Jugendliche und Betreuer schlugen im Zuge einer Mehrtageskanutour ihre Zelte auf der verlassenen Insel auf.

Zur gleichen Zeit, rund 90 Kilometer weiter südwestlich, nahe der Ortschaft Feda, haben sogar 38 Friesoyther Schutz vor der Nacht in einer hölzernen Berghütte und mehreren Zelten gefunden. Nach einer atemberaubenden Wanderung kampierten sie dort, um am nächsten Tag weiter zu wandern. Zusammen bildeten die mehr als 70 Jugendlichen das diesjährige Vamos-Lager der katholischen Kirchengemeinde Friesoythe in Norwegen, dass am Dienstag nach zwei Wochen Abenteuer in die Heimat zurückkehrte.

Ort mit Geschichte

Wenn die Jugendlichen mal nicht in freier Natur übernachteten, war das alte Bergbaudorf Knaben in Südnorwegen ihr Zuhause. Gleich zu Beginn pflegten die Betreuer und Teilnehmer einen engen Kontakt zu den Bewohnern. „Moin und herzlich Willkommen in Knaben“, sagt ein uriger Norweger mit herzhaftem Lächeln. Dieses Lächeln gehört Jan Robb, der als Direktor des Schullandheims, in dem die Gruppe untergebracht war, die Friesoyther in Knaben empfing.

Gleich am ersten Tag machte er die Gäste mit der Geschichte des Ortes und deren Bergbautradition vertraut. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ort ging es unter Tage weiter. „Im Zweiten Weltkrieg nutzten auch die deutschen Besatzer die Mine von Knaben – hier konnte das seltene Molybdän abgebaut werden“, verriet der freundliche Norweger, bevor es mit Helm und Lampe in den Stollen ging.

Doch nicht nur im Berg, sondern auch auf den steilen Hochebenen Norwegens, den sogenannten „Fjells“, waren die Friesoyther unterwegs. Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike – Natur pur ist und bleibt das Stichwort der traditionsreichen Jugendfahrt.

Schweden 2018

Auch für 2018 steht das Ziel der Vamos-Jugendfahrt bereits fest. Es geht nach Rimforsa im Östergötland, Südschweden.

Vom 20. Juli bis zum 2. August schlagen die Friesoyther ihr Lager in Schweden auf. Auch dort stehen wieder Wandern, Mountainbike- und Kanufahren sowie Spiele und Städtetouren auf dem Programm. Natürlich kommen auch die religiösen Impulse nicht zu kurz.

Das Haus in Rimforsa ist großzügig angelegt und hat direkten Zugang zu einem Badesee. Die Anmeldungen können auf der Internetseite heruntergeladen oder im Pfarrbüro in Friesoythe gefunden werden. Dort können die ausgefüllten Bögen auch abgegeben werden.

Wer sich bis zum 31.12. diesen Jahres noch anmeldet, kommt in den Genuss eines Frühbucherrabatts. Der zuzahlende Anmeldebeitrag verringert sich dadurch um 50 Euro. Anmeldungen werden ab sofort angenommen.

    www.jugendfahrt-online.de

„Es war mit Sicherheit eines unserer besten Lager. Trotz mehreren Regentagen zum Ende des Lagers war die Stimmung bei allen Teilnehmern klasse. Das Wetter hat dem Programm nie geschadet“, freut sich Bernhard Wagner, der zusammen mit Heiner Elsen seit fünf Jahren das Vamos-Lager leitet.

Kirchlich wurde das Lager von Dechant Michael Borth begleitet, der sich auch als Pfarrer für nichts zu schade war. Während der Mehrtagestour übernahm er auf der Insel der Kanufahrer zusammen mit Heiner Elsen und Markus Dröge die Improvisationsküche. Mit Hockerkochern wurden Tee, Hühnersuppe und Chili Concarne auf Temperatur gebracht. „Tee könnte ich eigentlich den ganzen Tag trinken“, ist sich der Pfarrer sicher.

„Frisch aus dem Meer“ lautete das Motto bei der Mehrtageswandertour. Mit seinem Boot fischte der Lokalmatador Jan Robb für die Friesoyther Makrelen und Krebse aus den norwegischen Gewässern, die mit ganz besonderen Gewürzen zubereitet wurden.

Doch auch im Lager in Knaben musste keine Friesoyther Zunge auf Geschmacksexplosionen verzichten. Janina Schubert und Reiner Schalk, die zum vierten Mal als Küchenteam mit dabei waren, sorgten jeden Abend für eine leckere warme Mahlzeit.

Hautnah mit dem Elch

Ganz nah kamen die Teilnehmer gegen Ende das Lagers auch dem norwegischen Nationaltier – bei Evje besuchten die Friesoyther einen Elchpark. Zwei Bullen, zwei Kühe und fünf Kälber zeigten den deutschen Besuchern keine Scheu und ließen sich streicheln und fotografieren – eine Führung auf deutsch vermittelte dazu das passende Wissen.

Zwischen den Ausflügen in die Natur sorgte aber auch eine Reise in die Zivilisation für Abwechslung. In Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens, staunten die Teilnehmer vor dem weißen Holzpanorama der Altstadt und vor dem maritimen Flair rund um den Hafen.

In den Abendstunden sorgte das Spiele-Team mit kreativen Game-Shows und einer krachenden Vamos-Party für Stimmung. Auch das im Haus integrierte Schwimmbad wurde ausgiebig genutzt.

Trotzdem kam die Zeit zur Besinnung nicht zu kurz: In Knaben wurde die eigens für die Bergleute errichtete Kapelle an den beiden Lager-Sonntagen kurz katholisch umfunktioniert. „In zwei bewegenden Gottesdiensten mit echtem Zugang für die Jugendlichen, zeigte Borth eindrucksvoll, dass Kirche immer funktioniert“, sagt Heiner Elsen.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-cloppenburg 
Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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