• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Bildung: Droht nachmittags große Leere?

09.08.2017

Friesoythe /Ramsloh Paukenschlag nach den Sommerferien: Das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) in Friesoythe und das Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) in Ramsloh müssen laut einer Anordnung der Niedersächsischen Landesschulbehörde mehrere Lehrkräfte abstellen, die an Grund-, aber auch an Oberschulen sowie einer Haupt- und Realschule aushelfen sollen. Die Pädagogen sollen dort den Unterrichtsausfall auffangen, der aus dem Lehrermangel resultiert.

Die Maßnahme sei mindestens für ein Halbjahr vorgesehen, sagt Bianca Schön­eich, Pressesprecherin der Landesschulbehörde, auf NWZ-Nachfrage. Wünschenswert sei aber ein ganzes Schuljahr, um eine gewisse Kontinuität zu wahren. Innerhalb von zwei Wochen soll die Umsetzung erfolgen. Mehrere Schulen in Niedersachsen sind von der Anweisung im Schuljahr 2017/2018 betroffen.

Das AMG, das 1050 Schülerinnen und Schüler besuchen, muss Lehrkräfte im Umfang von 47 Unterrichtsstunden pro Woche an die Oberschule Altenoythe (25 Stunden) und die Oberschule Bösel abordnen. Das sind fünf bis sechs Pädagogen, die dem Gymnasium teilweise fehlen werden. Erst am ersten Schultag des neuen Schuljahres, Donnerstag, 3. August, wurde das AMG telefonisch über die Anweisung informiert. „Wir können das irgendwie auffangen“, sagt der AMG-Schulleiter Peter Stelter, der von einer organisatorischen Herausforderung spricht.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Konsequenz sei jedoch, so Stelter, dass die zusätzlichen Angebote der offenen Ganztagsschule gerade im Nachmittagssegment deutlich eingeschränkt werden müssen. Das AG- und Förderangebot müsse ausgedünnt werden. Kurse müssten möglicherweise zusammengelegt werden. Der Werte- und Normenunterricht könne vorerst nicht mehr stattfinden. Der Pflichtunterricht solle hingegen in vollem Umfang weiterlaufen, doch grundsätzlich auszuschließen sei derzeit nichts, sagt Stelter. Der Schulelternrat sei informiert. Nun hofft man auch auf zusätzliches Lehrpersonal. „Wir bemühen uns um Einstellungen bei der Landesschulbehörde.“ Die Einstellungsverfahren laufen noch bis Ende August, teilt diese mit.

AGs fallen weg

Das LSG in Ramsloh mit seinen 440 Schülerinnen und Schülern hat sogar erst am Freitag, 4. August, von der Anweisung durch die Behörde erfahren. Hier sind es 53 Schulstunden pro Woche, die die Gymnasiallehrer an anderen Schulen unterrichten müssen. Die Stunden entfallen auf die Grundschulen Ihrhove und Hilkenbrook, die Haupt- und Realschule Westoverledingen sowie die Oberschule in Esterwegen.

„Die kurzfristige Verfügung hat zur Folge, dass nahezu sämtliche schulorganisatorischen Planungen wie Unterrichtsverteilung, Lehrereinsatz, Arbeitsgemeinschaften, Stunden etc. komplett neu geregelt werden müssen“, schreibt der neue LSG-Schulleiter Klaus Finsterhölzl in einem Brief an die Eltern. „Eine weitere Konsequenz wird sein, dass die ursprünglich vorgesehenen Nachmittagsangebote, inklusive der verlässlichen Hausaufgabenbetreuung im Rahmen der offenen Ganztagsschule, so nicht stattfinden können.“ Das betrifft auch AGs wie z.B. Theater, Bogenschießen, Tennis, Rudern sowie den Förderunterricht am Nachmittag. Man arbeite mit Hochdruck an einer „möglichst schülerorientierten und praxisnahen Lösung“, so Finsterhölzl. Eine Kürzung des Pflichtunterrichts sei nicht vorgesehen.

Der Unmut bei den Eltern ist groß und der Widerstand wächst. Auf großes Unverständnis stößt insbesondere auch die Kurzfristigkeit der Maßnahme. Dazu die Landesschulbehörde: Für einige Schulen sei der entsprechende Lehrerbedarf nicht so frühzeitig wie an anderen Standorten abzusehen gewesen.

Das Problem des Lehrermangels an Grundschulen sei schon länger bekannt, kritisiert eine Mutter. Mit dieser Maßnahme würden die Pro­bleme langfristig nicht gelöst werden können. Der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Barßel und betroffene Vater Michael Warnken rief kurzerhand eine Versammlung am LSG ein und setzte sich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley in Verbindung. Rund 50 Personen, darunter Eltern(-vertreter), Schüler, die 1. Elternvertreterin Sonja Elsner-Kramer, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Saterland, Dr. Michael Steenken, die CDU-Kreistagsabgeordneten Leonhard Rosenbaum, Theo Schmidt und Torben Haak und weitere Ratsmitglieder folgten dem Aufruf.

Resolution in Arbeit

„Mir ist fast die Luft weggeblieben, als ich davon gehört habe“, sagte Warnken am Montag hinsichtlich der Anweisung. „Wir müssen etwas machen und die Politik als Sprachrohr benutzen.“ Das sei ein einmaliger Vorgang, kritisierte Steenken: „Es muss Dampf gemacht werden, gerade auch von Elternseite.“

Erst im vergangenen Schuljahr ist das Laurentius-Siemer-Gymnasium in eine offene Ganztagsschule umgewandelt worden. „Gerade auch im Nachmittagsbereich wird hier sehr gute Arbeit geleistet“, sagte Rosenbaum. Dieses Modell werde nun untergraben und das könne nicht sein. „Die Eltern haben sich auf die Nachmittagsbetreuung verlassen“, betonte Warnken. Deutliche Kritik kommt auch von Karl-Heinz Bley: „Die Kultusministerin hat auch nach fünf Jahren kein Konzept zur Sicherung der Unterrichtsversorgung oder zur Steigerung der Attraktivität des Lehrer- und Schulleiterberufs.“

Auf der LSG-Versammlung wurde beschlossen, dass die Elternvertreter mit den Gemeindeverbänden eine Resolution erarbeiten, die von möglichst vielen Eltern unterschrieben werden soll. Innerhalb der nächsten anderthalb Wochen soll diese dann an die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Renate Geuter (SPD) übergeben werden.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2083
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.