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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Gnadenfrist für Neuscharrel

03.08.2018

Friesoythe Gnadenfrist für die Grundschule Neuscharrel: Der Schulausschuss sprach sich am Mittwochabend für die Schließung der Grundschule zum Schuljahr 2019/2020 aus, sofern nicht bis zum Ende des Jahres ein Konzept vorliegt, das die Fortführung der Schule mit nachhaltig zwei Klassen (Halbzügigkeit) gewährleistet. Diesen von der CDU-Fraktion vorgebrachten Antrag brachte auch die CDU-Mehrheit bei neun Ja- zu sechs Nein-Stimmen durch. „Warum den Eltern nicht die drei oder vier Monate gönnen?“, begründete CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Krone den Beschlussvorschlag.

Es sei eine Situation, in der „das Herz blutet, aber wir müssen uns den Fakten stellen“, sagte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers. Sich mit einer Schulschließung befassen zu müssen, zumal in einem Ort mit einer hervorragend funktionierenden Dorfgemeinschaft, in der die Schule ein wichtiger Teil sei, falle wahrlich nicht leicht. Allerdings verlange die aktuelle Entwicklung nach einer politischen Entscheidung.

Zum neuen Schuljahr werden nach Angaben der Verwaltung lediglich sechs Schüler in der Grundschule unterrichtet. Viele Eltern aus Neuscharrel hatten ihre Kinder wegen der ungewissen Situation bereits in Gehlenberg oder an der Marienschule in Friesoythe angemeldet. Von dieser Situation sei man selbst überrumpelt worden, widersprach Bürgermeister Sven Stratmann der Kritik von Stefan Fuhler (CDU). Der Ortsvorsteher von Neuscharrel hatte sich über die Ansetzung der Ausschusssitzung „gewundert“.

„Jedes Dorf lebt und leidet mit seiner Schule“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Krone. Deshalb falle die Entscheidung umso schwerer. Wie konkret das Konzept des Elternrates aussehen könnte, mit dem die Schule eine Zukunft hätte, „das weiß ich selbst nicht“, so Krone. Er versicherte, an den Schuleinzugsgrenzen „nach derzeitigem Stand“ nicht rütteln zu wollen. Eine mehrjährige Viertelzügigkeit – also der Unterricht von vier Altersstufen in einer Klasse – sei „nicht zu verantworten“, sagte Fuhler, betonte aber: „Schließung ist nicht gleich Schließung.“ Eine Möglichkeit wäre etwa, die Grundschule als Außenstandort weiterzuführen. Auch die Umwandlung in einen Hort mit entsprechend längerer Betreuung als in einer Ganztagsschule wurde genannt.

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Klare Kante wäre besser

SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Geuter mahnte in der Sitzung konkrete Hinweise an, wie ein Konzept aussehen könnte. Ansonsten wollte sie die Eltern und Kinder „nicht an dieser Experimentierphase“ teilhaben lassen, in der die „Kinder die Leidtragenden“ seien. Die Veränderung der Schuleinzugsbereiche, um etwa Schüler aus Schwaneburgermoor nach Neuscharrel ziehen zu können – die war auch von Neuscharrelern ins Spiel gebracht worden – würde „keinen Standort nachhaltig retten“. Zumal eine entsprechende Entscheidung „gewachsene Strukturen“ auflösen würde.

Krone betonte, dass für eine sofortige Schließung aber zunächst ein Ratsbeschluss gefasst werden müsse, und auch die Landesschulbehörde müsse dem zustimmen. „Dann sind wir schon mitten im Schuljahr“, so Krone an die SPD-Fraktion gerichtet.

Die hatte sich für eine definitive Schließung ausgesprochen, lediglich die Modalitäten seien noch zu besprechen. Das sei „ehrlicher den Eltern gegenüber“, betonte Geuter. Der CDU-Antrag sei „der Versuch, die eigene Verantwortung nicht wahrnehmen zu müssen“. Einen eigenen Beschlussvorschlag brachte die SPD allerdings nicht ein.

Eike Baran (SPD) fehlte die Perspektive. Denn auch die Geburtenzahlen in Neuscharrel ließen nicht darauf schließen, dass sich die Situation in den kommenden Jahren entschärfen wird. Laut Prognosen wird die Halbzügigkeit erst im Schuljahr 2020/2021 (34 Schüler) erreicht – vorausgesetzt, alle Schüler aus der Ortschaft werden auch in Neuscharrel eingeschult.

Verfolgt worden war die Ausschusssitzung von rund 100 Neuscharrelern, die sich auch mit Transparenten für den Fortbestand des Grundschulstandortes stark machten. Die Entscheidung des Ausschusses honorierten sie mit kräftigem Applaus.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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