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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Hunderte sind fleißig am Lernen

10.01.2018

Friesoythe /Sedelsberg Ein alter Witz fragt danach, was schlimmer ist als eine Blockflöte. Die Antwort: zwei Blockflöten. Darüber kann Renate Schulte, Blockflötenlehrerin der Kreismusikschule, nur schmunzeln. „Am Anfang sind immer alle laut, bis sie selbst merken, wie unangenehm das ist.“ In der Grundschule Sedelsberg sind an diesem Abend zehn Kinder zum Schnupperkursus zusammengekommen. Alle passen – so gut sie können – auf den unsichtbaren Hund in der Mitte des Stuhlkreises auf, der laut Schulte keine lauten Geräusche mag. Aber aller Anfang ist schwer, früh übt sich, Übung macht den Meister und davon ist bisher noch keiner vom Himmel gefallen. „Bis Ostern können sie die ersten kleinen Lieder spielen“, weiß Schulte aus Erfahrung.

Ein Moment für die Blockflöte

Der Tag der Blockflöte wird jährlich am 10. Januar begangen und wurde 2007 von einer Gemeinschaft im Internet begründet – warum überhaupt und warum an diesem Tag und an was er erinnern soll, ist völlig unklar.

Der Klang der Blockflöte entsteht dadurch, dass der Luftstrom im Windkanal in Schwingung gerät. So strömt die Luft abwechselnd ins Innere der Flöte und nach außen. Mit den Fingern ändert man die Frequenz der Schwingung.

„Die Blockflöte ist eine ganz wichtige erste Grundlage – nicht nur zum Notenlesen“, betont sie. Finger, Zunge, Artikulation und Atmung müssen für das perfekte Spiel koordiniert werden – die Motorik spiele eine große Rolle und werde durch das Blockflötenspiel ausgebildet. Auch die Körperhaltung ist wichtig: „Man spielt es wie Prinzessin oder Prinz – die würden auch keinen Buckel machen.“

Direkt nach den Elementarkursen würden viele die Blockflöte wählen, manche auch, um die Zeit zu überbrücken, bis sie groß genug für Blechinstrumente im Musikverein seien. „Da sind dann aber auch einige dabei, die dann sagen, dass sie ihr Instrument bleibt.“ Für viele sei es nur ein gutes Anfangsinstrument. „Es ist aber auch ein gutes Hauptinstrument, das es in vielen Variationen gibt.“

In der ersten Stunde geht es noch nicht um Musik, es geht um Töne, Körperhaltung, Klänge und welche Öffnung der Pfeife für welchen Ton notwendig ist. Die Eule, ein Vogel, der Wind, Wassertropfen – ein Schüler nach dem anderen zeigt, welche Töne er schon gelernt hat. „Der Hund!“, ruft ein Schüler empört und deutet auf den Boden. Es wird sofort wieder leiser gespielt.

Auch Andreas Breer, Inhaber der gleichnamigen Musikschule in Friesoythe, lobt das Instrument in höchsten Tönen. „Ich glaube als Einstieg für Kinder ist das ganz wichtig, weil es Musik erschließt.“ In dieser Region erlernten durch die Musikvereine besonders viele Kinder das Instrument. „Die Blockflöte bietet viel Potenzial“, sagt Breer denjenigen, die der Flöte einen schlechten Ruf nachsagen. „Einige, die bei uns gelernt haben, wollen das auch studieren. Die Blockflöte wird sehr unterschätzt.“

Für ihren Status als Einsteigerinstrument spreche laut Andreas Breer ihr geringer Preis, die Handlichkeit und Noten in einfache Griffbilder umsetzen zu können. Es sei schwieriger, andere Instrumente zu beherrschen. „In der Region unterrichten wir jährlich 100 Kinder.“

Die Schnupperstunde ist beendet. Mia Resa und Finja bauen ihre Notenständer auf und fangen an, gemeinsam mit ihrer Lehrerin ein paar Lieder zu spielen. „Die sind seit einem Jahr dabei und schon viel weiter.“

Sascha Sebastian Rühl
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003