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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

„High Five“ für Mathe mit Hund

13.12.2018

Garrel Lilo gibt High-Five, macht eine Rolle, legt sich hin. Alles auf Kommando der Schüler der 5d der Oberschule Garrel. Der Golden-Retriever-Australien-Shepherd-Mischling ist seit Beginn des Schuljahres „Klassenkamerad“ nicht nur für die Fünftklässler, sondern auch für die Mathe-Klasse des achten Jahrgangs von Birte Möller. Die Lehrerin hatte die zweijährige Lilo zum Therapiebegleithund und Schulhund ausbilden lassen. Da war Lilo ein halbes Jahr alt. Mittlerweile ist sie zwei Jahre und immer noch „jung und verspielt“, wie Frauchen Birte Möller sagt.

Das darf er auch sein, denn es gehe nicht darum, einen perfekt hörenden Hund der Klasse zu demonstrieren, berichtet die Pädagogin, sondern vielmehr darum, Situationen richtig einzuschätzen und auf diese richtig einzugehen. Auch Schüler müssten sich zurücknehmen. Dafür waren eine Reihe von Verhaltensregeln aufgestellt worden, an die sich die Schüler während des Unterrichts mit dem Hund zu halten haben. Mehr als zwei Hände am Hund etwa sind tabu. Lärm wird ebenso weitgehend vermieden. So wird bei gelungenen Aktionen nicht geklatscht, sondern die Schüler schwenken die Hände, ohne Geräusche zu verursachen.

Gute Erfahrungen hatte die Pädagogin im vergangenen Jahr an der Grundschule Tweel, an der sie unterrichtete, mit dem Einsatz ihrer Lilo gemacht. Diese setzen sich an der Oberschule jetzt fort.

Im Biologieunterricht konnte Lilo als lebendes Objekt bei Unterrichtseinheiten zum Körperbau des Hundes etwa, zu Mimik und Gestik oder zu Verhaltensweisen hilfreich sein. Ein Mädchen aus dem Irak lernt deutsche Begriffe am Beispiel des Hundes. Der tierische Einsatz habe aber auch pädagogische Vorteile. Lilo sei ein „Eisbrecher“, verrät Birte Möller einen Vorteil des tierischen Einsatzes im Unterricht.

Ein sehr zurückhaltendes Kind etwa, das sich kaum zu reden traute, sei durch den Kontakt zu Lilo viel offener geworden, schildert Birte Möller. Auch die ängstlichen Flüchtlinge, die bisher nur negative Erfahrungen mit Hunden gemacht hätten, hätten ihre Ängste überwunden. Die Schüler lernen, selbstbewusst aufzutreten, Unsicherheiten führten auch zu Unsicherheiten beim Hund, berichtet Birte Möller. „Die Kinder freuen sich über die Aufmerksamkeit, die ihnen der Hund schenkt.“

Auch Schulleiter Markus Berssen weiß den Nutzen für den Unterricht zu schätzen. Der Mehraufwand etwa für Hygienemaßnahmen sei angesichts des pädagogischen Mehrwerts gerechtfertigt. Nach einer Testphase solle evaluiert werden, wie sich die Arbeit ausgewirkt habe und welche Möglichkeiten des Einsatzes an der Schule es gebe, so der Schulleiter. Derzeit ist Lilo dienstags in der siebten und achten Stunde sowie freitags von der ersten bis zur fünften Stunde in der Oberschule. „Danach ist er erstmal platt. Zur Erholung gehen wir im Wald spazieren“, berichtet Birte Möller.

„Richtig gut“ findet Matheo den Hund im Unterricht. So wie auch Tom und Lukas. Angst vor Lilo haben nicht, schließlich hätten sie auch zu Hause einen Hund, berichten sie. Dominick dagegen zu Beginn schon. „Nun aber nicht mehr“, sagt der Schüler stolz.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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