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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Eine Sprache ohne zu sprechen

16.11.2019
Frage: Frau Trapp, Sie sind gelernte Schauspielerin. Was war – auch in Bezug auf die Körpersprache – die schwerste Rolle, die Sie spielen mussten?
Trapp: Da sich die Körpersprache einer Figur immer aus ihrer inneren Verfassung ergibt, sind die Rollen darstellerisch eine Herausforderung gewesen, die mich in Gefühls-und Denkwelten geführt haben, die mir fremd waren. Rollenarbeit kann somit „Lebenserfahrung“ vorausnehmen und neue Haltungen hervorbringen, die man vorher nicht an sich kannte. Die
Rolle einer Jugendamtsmitarbeiterin in „Kaspar Häuser Meer“ (2009, Staatstheater Oldenburg) war aufgrund des Themas psychisch sehr belastend, denn dafür recherchierten wir mit den realen Fakten, die andere lieber verdrängt hätten.
Frage: Ihr Seminar hat den Titel „Macht und Kraft der Körpersprache“: Welche Macht und Kraft hat die Körpersprache? Wieso ist es das elementarste Kommunikationsmittel, wie es in der Seminarbeschreibung heißt?
Trapp: Körpersprache ist deshalb elementar, weil sie evolutionär unsere ursprüngliche Verständigungsform ist, lange vor der Sprachentwicklung. Unser Gehirn deutet auch heute noch Bilder und Bewegungen schneller auf unbewusster Ebene und will uns bei Gefahr schützen. Und genau das macht es uns in Konfliktsituationen so schwer, schlagfertig zu reagieren. Mit Körpersprache können wir unserem Gegenüber Vertrauen und Wohlwollen vermitteln, wir können aber auch verletzen, entwerten und unsere Macht demonstrieren. Klar ausgedrückt: Wir verkörpern bewusst oder unbewusst unsere inneren Werte und Überzeugungen über unsere Körpersprache.
Frage: Immer mehr wird über Smartphones sowie soziale Medien kommuniziert und dabei nicht mehr von Gesicht zu Gesicht. Geht ohne die Körpersprache bei der Kommunikation zwischen Menschen etwas verloren?
Trapp: Das denke ich schon. Daher wurden wohl die Emoticons erfunden, damit das Geschriebene ja nicht „falsch verstanden“ wird. Aus meinen Telefon-Coachings weiß ich, dass ohne Face-to-Face-Kontakt die Beziehungsebene nur durch die Stimme hergestellt werden kann. Auch das ist für viele eine Schwierigkeit, besonders im Beschwerde-Management.
Frage: Wie sind Sie dazu gekommen, sich mit der Körperhaltung zu befassen?
trapp: Durch ein Projekt der Oldenburger Wirtschaftsförderung kam ich in den unternehmerischen Kontext. Kreative und Mitglieder einer Organisation suchten gemeinsam nach Lösungen für innerbetriebliche Probleme. Dabei stellte ich fest, dass in allen Bereichen die zwischenmenschliche Kommunikation ausschlaggebend ist, die Körpersprache dabei aber nur eine untergeordnete Rolle spielte – ein Auslöser für Missverständnisse und Konflikte. Aus diesen Erfahrungen heraus trainiere ich seit Jahren Körperkommunikation in verschiedenen Berufsfeldern.
Frage: In ihrem Seminar sollen die Teilnehmer auch lernen, wie man sich im Beruf schlagfertig zur Wehr setzten kann. Haben Sie einen Trick oder Rat, welche Körperhaltung beispielsweise bei einem Bewerbungsgespräch oder einer Gehaltsverhandlung zum Erfolg beitragen kann?
trapp: Viele sind sich ihres Statusverhaltens nicht bewusst. Damit ist nicht der soziale Status gemeint. Hoch- und Tiefstatus sind Begriffe aus dem Theaterkontext, aber längst in der Personalentwicklung angekommen. In Begegnungen geht es unterschwellig immer um die Macht, wer dominiert, wer unterwirft sich. Den eigenen Hochstatus in bestimmten Situationen auch über die Körpersprache signalisieren zu können, hilft, stressfreier und souveräner im Konflikt standzuhalten.
Frage: Was erwartet die Teilnehmer Ihres Seminars?
trapp: Man kann erfahren, wie groß die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung ist. Viele halten sich in der Präsentation für weniger überzeugend als sie sind. Das Feedback über die eigenen Stärken kann Selbstmotivation befördern und ein Schritt zur nachhaltigen Verhaltensänderung sein. Der Humor wird dabei nicht zu kurz kommen, denn wir lernen besser, wenn wir emotional positiv agieren.
Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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