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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Endlich zurück im Berufsleben

28.08.2018

Molbergen Es gibt sie: Die Geschichten, bei denen Menschen trotz erheblichen körperlichen Einschränkungen und langer beruflicher Perspektivlosigkeit wieder ins Erwerbsleben zurückfinden. Eine davon ist die von Petra Gerasch aus Lastrup. Die 48-Jährige leidet seit ihrer Geburt an einer Spastik, die sie beim Laufen stark beeinträchtigt und den Einsatz von Gehhilfen erfordert. Die alleinerziehende Mutter arbeitet seit Juni 2018 als Technische Produktdesignerin Tiefbau bei der Firma Osterhus in Molbergen.

Dabei sah es für die alleinerziehende Mutter lange nicht gut aus, um nach vielen Jahren ohne Job beruflich wieder Fuß zu fassen. Nach Schule und Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin war sie drei Jahre beruflich tätig, bevor sie 2002 ihre Arbeit verlor. Seit dem war sie auf Jobsuche, lediglich unterbrochen von einer dreijährigen Erziehungszeit und einigen vom Jobcenter geförderten Qualifizierungen. In einem CAD-Kursus erlernte die Lastruperin die technische Umsetzung ihres Wissens am Computer. Gelernt hatte sie das technische Zeichnen bisher nur am Zeichenbrett.

Zum Guten wendete sich das Blatt nach einem zweieinhalbwöchigen Praktikum bei der Firma Osterhus im Rahmen einer Maßnahme des Jobcenters Cloppenburg. „Wir suchen Fachkräfte und waren mit Frau Gerasch im Praktikum sehr zufrieden“, sagt Geschäftsführer Clemens Osterhus.

Begleitet und gefördert wurde die Einstellung von Markus Jakoby vom Jobcenter Cloppenburg: „Das Jobcenter beteiligt sich zwei Jahre lang an den Lohnkosten in Form eines Eingliederungszuschusses an den Arbeitgeber, begründet durch das körperliche Handicap und die lange Arbeitslosigkeit.“

Die Einstellung der neuen Kollegin erforderte auch erste Umbaumaßnahmen im Unternehmen. Beispielsweise musste die Stempeluhr tiefer angebracht werden und eine neue spezielle Computermaus angeschafft werden. Geplant ist der Einbau von automatischen Türöffnern. „Die Details werden derzeit mit dem Integrationsamt und dem zuständigen Träger geklärt. Die Kosten für behindertengerechte Umbaumaßnahmen werden in der Regel komplett übernommen“, erläutert Jakoby.

Die ersten Monate der Beschäftigung in der NIS-(Netz-Informations-System)Abteilung stimmen alle Beteiligten zuversichtlich. „Mir macht es richtig Spaß und ich bin froh, endlich wieder etwas tun zu können“, sagt Petra Gerasch, die sich das Großraumbüro mit vier weiteren Kolleginnen teilt. „Der Einstieg in den Job bei uns lief problemlos“, sagt Silke Zickfeld, NIS-Gruppenleiterin und direkte Vorgesetzte von Gerasch. Derzeit arbeitet Gerasch in Teilzeit 25 Stunden in der Woche, da sie noch einen dreizehnjährigen schulpflichtigen Sohn hat. „Wenn es die persönliche Situation von Frau Gerasch zulässt, kann die Arbeitszeit gern aufgestockt werden. Wir haben genug zu tun“, meint Firmenchef Osterhus.

Die Akzeptanz der neuen Kollegin im Betrieb ist hoch, sicher auch bedingt durch die frühzeitige Einbindung der Mitarbeiter. „Bereits vor der Einstellung von Petra Gerasch haben wir das komplette künftige Team dazu befragt. In diesem Gespräch wurden Sorgen und mögliche Vorurteile offen angesprochen und bestenfalls ausgeräumt“, erklärt Büroleiter Klemens Miosga. Auf Hinweis aus der Mitarbeiterschaft wurde dann unter anderem ein Behindertenparkplatz eingerichtet.

Die guten Erfahrungen des Unternehmens mit Petra Gerasch sind kein Einzelfall. „Wir beschäftigen seit vielen Jahren schwerbehinderte Arbeitnehmer. Derzeit sind es zehn Mitarbeiter, wovon auch drei im Handwerk tätig sind“, erläutert Clemens Osterhus.

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Arbeitsamt | Jobcenter Cloppenburg

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