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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Gemischte Töne im Unterricht

09.01.2019

Nordkreis „Mit Musik werden alle Sinne angesprochen, die Schüler erreichen gemeinsam tolle Ergebnisse und es ist ein Pendant zum kopflastigen Unterricht“, erläutert Rektorin Dorothea Kuhlmann-Arends von der Oberschule in Bösel die Wichtigkeit von Musikunterricht. Doch können die Schulen ihrem Lehrauftrag gerecht werden oder fehlt es an Fachkräften? Die NWZ hat nachgefragt.

Musiklehrer werden seit Jahren gesucht, weiß Kuhlmann-Arends, die das Fach selbst an der Oberschule mit insgesamt 370 Schülern und 38 Lehrern unterrichtet. Zwei Musiklehrer gab es bislang an der Oberschule in Bösel. Einer wurde nun pensioniert. Trotzdem ist die Schulrektorin optimistisch: „Wir haben keinen Grund zur Klage und sind mit der Versorgung des Fachs Musik zufrieden.“ Zufrieden ist sie, weil der Unterricht im Regelfall nicht ausfällt und in einem solchen Fall vertreten werden kann.

Zusatzangebot schwierig

Wünschen würde sich Kuhlmann-Arends trotzdem eine Kraft mehr. „Wir können den Musikunterricht nicht so erteilen, wie wir es gerne würden“, sagt sie in Bezug auf ein zusätzliches Angebot von Wahlpflichtfächern, Arbeitsgemeinschaften und musikalischen Projekten. Der Schwerpunkt im Musikunterricht liege auf dem Praktischen, „denn daraus lässt sich die Theorie am besten ableiten“, erklärt die Rektorin. Mit Instrumenten und Technik sei die Oberschule gut ausgestattet, so dass viel mit den Schülern musiziert werden könne.

Viel an die Instrumente geht auch Norbert Rehring mit seinen Schülern an der Heinrich-von-Oytha Schule in Altenoythe. Drei Lehrer können hier Musik unterrichten, den Großteil deckt allerdings Rehring ab. Auch die Schulband ist sein Projekt. Ausfälle gibt es nicht, sagt er. Aber es wäre schön, einen Musikkollegen zu haben, „mit dem man sich austauschen könnte“. In weniger als zwei Jahren wird Rehring in Rente gehen. Dann muss jemand nachrücken.

Aber: „Noch haben wir das Problem nicht“, sagt Schulleiter Rasmus Braun, wohlwissend dass das Fach Musik ein „Mangelfach“ ist. Der Unterricht könne in allen Klassen abgedeckt werden, ist der Schulleiter zufrieden. Darüber hinaus gebe es Musik als Wahlfach sowie ein zusätzliches Angebot mit der Schülerband und einem Chor. Zwei pädagogische Mitarbeiter der Altenoyther Schule geben am Nachmittag außerdem Gitarren- und Keyboardunterricht.

Das gute alte Vorspielen auf der Blockflöte ist wohl mittlerweile Geschichte. Das Notenlesen ist weiterhin Teil des Unterrichts. Außerdem lernen die Schüler verschiedene Instrumente, Musikepochen und -genres kennen. Aber auch Tanzen, Singen und Bewegen gehört dazu – Weg von der Blockflöte, hin zur Schulbandmusik.

Gut ausgestattet

In der Grundschule wäre das natürlich noch zu viel verlangt. Aber Schulleiterin Sabine Rolfes ist stolz auf die „musikalisch wirklich gut ausgestattete“ Grundschule in Mittelsten Thüle, an der insgesamt fünf Lehrer arbeiten. Ein Musiklehrer unterrichtet die Schüler zwei Stunden in der Woche. Am Nachmittag ist eine Musiktherapeutin im Einsatz. Zudem bestehe eine Kooperation mit dem Thüler Musikverein und der Musikschule. „Da haben wir Glück“, weiß Rolfes um die gute Situation. Die Schüler könnten in Bläserklassen unterrichtet werden und können Gitarre spielen am Nachmittag erlernen. Die kleine Grundschule in Hohefeld ist ebenfalls froh um ihre Musiklehrerin. Sie ist zwar keine gelernte Fachkraft, kann das Fach aber ebenso vermitteln.

Am Laurentius-Siemer-Gymnasium in Ramsloh sind zwei Musiklehrer tätig. Der Unterricht könne in allen Klassen abgedeckt werden, versichert die stellvertretene Schulleiterin Daniela Logemann und erklärt: „Wir sind ein kleines Gymnasium.“ Die Schüler haben in jedem Jahrgang die Möglichkeit, an einer Bläserklasse teilzunehmen. Es sind sogar Kapazitäten vorhanden, in der Haupt- und Realschule Saterland im Musikunterricht auszuhelfen.

Über Ausfälle des Musikunterrichts klagt keine der befragten Schulen. Der vorgeschriebene Unterricht kann kontinuierlich stattfinden, und die Schulen sind gut ausgestattet – die einen vielleicht etwas mehr, die anderen weniger. Es ist eben weiterhin auch ein wenig Glückssache, Lehrer mit musikalischen Kompetenzen zu ergattern. Und um dann ein erweitertes Angebot zu schaffen, müssen genug davon da sein.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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