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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Ausbilder verärgert über Misstrauen im Gesetzesentwurf

16.05.2019

Nordkreis Die meisten Ausbildungsbetriebe im Nordkreis bleiben gelassen. Denn wenn die Mindestvergütung für Auszubildende in ganz Deutschland durchgesetzt wird, ändert sich für sie ohnehin nichts: „Die Ausbildungsvergütung liegt in unserem Gebiet im Schnitt bei 620 Euro im ersten Ausbildungsjahr“, erklärt Stefan Bünting, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Zurzeit ist eine Mindestvergütung von 515 Euro im ersten Lehrjahr ab 2020 im Gespräch.

Das verdienen die Azubis im Nordkreis

Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr beträgt in ganz Deutschland knapp über 900 Euro.

Im Bereich der Oldenburgischen IHK beträgt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr 619 Euro, die Lehrlinge arbeiten 40 Stunden in der Woche.

Im Handwerk werden im Landkreis Cloppenburg folgende Vergütungen im ersten Lehrjahr gezahlt: Maurer: 850 Euro Zimmermann/frau: 850 Euro Elektroniker: 750 Euro Kfz-Mechatroniker: 674 Euro Metallbauer: 648 Euro Maler: 620 Euro Tischler: 620 Euro Bäcker: 565 Euro

Auch Dr. Michael Hoffschroer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, sagt, dass die Azubis bereits jetzt mehr verdienen: „Die Lehrlingsgehälter steigen bereits seit einigen Jahren. Es ist die Frage, ob ein solcher Eingriff in die Tarifautonomie sinnvoll ist.“

Hoffschroer ärgert vor allem eines: „Wer Ausbildungsbetriebe mit Ausbeutern gleichsetzt, bringt ihnen keine Wertschätzung entgegen. Gerade im Handwerk bilden engagierte Unternehmen oftmals über den eigenen Bedarf hinaus aus.“ Die Debatte sei durch Vorurteile bestimmt. Zudem betont er, dass die Tarifautonomie funktioniere und die Sozialpartner sowie das Ausbildungssystem insgesamt durch diesen Eingriff geschwächt würden.

Theo Vahle, Geschäftsführer des Ausbildungsbetriebes Metallbau Vahle in Friesoythe, hält das Misstrauen gegenüber den Unternehmen auch für nicht förderlich. Um dieses abzubauen, seien jedoch auch die Betriebe gefordert: „Wir müssen mehr mit den Schulen sprechen, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.“

Momentan sei es eher so, dass viele Schüler nach der Mittleren Reife eine weiterführende Schule besuchen würden und später studierten. Befürchtungen, dass ohne ein Studium nicht so viel verdient werden könne, seien unberechtigt: „Auch im Handwerk gibt es genug Aufstiegsmöglichkeiten“, sagt Vahle. Er bildet zurzeit drei Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik aus und sieht der möglichen Einführung einer Mindestvergütung ebenfalls gelassen entgegen.

Beim Kabelbauer Waskönig und Walter besteht ebenfalls kein Grund zur Unruhe: „Das Thema kommt bei uns nicht auf, weil die Tarifverträge der Metallindustrie zur Anwendung kommen und die Vergütung im ersten Jahr bei 1047 Euro liegt“, sagt Personalleiter Reinhold Bley. Die rund 45 Azubis in neun verschiedenen Ausbildungswegen bekommen also etwas mehr als das Doppelte der geforderten Summe.

Um dem Fachkräftemangel in Zukunft entgegenzuwirken, setzt auch er auf eine stärkere Zusammenarbeit mit den Schulen: „Die Jugendlichen müssen dort die Informationen über die Vorzüge einer dualen Ausbildung bekommen. Dazu müssen wir immer präsent sein, was mit einem gewissen Aufwand verbunden ist.“

Dieser Aufwand lohne sich am Ende: „Wir investieren sehr viel in die Ausbildung, um später gute Mitarbeiter zu haben.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei dies sehr wichtig.

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Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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