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NWZonline.de Region Cloppenburg Bildung

Notenstress sorgt oft für „Lernbulimie“

25.06.2011

CLOPPENBURG Scharfe Kritik am Abitur nach zwölf Jahren hat Andreas Weber, Schulleiter des Cloppenburger Gymnasiums Liebfrauenschule, am Freitag bei der feierlichen Verabschiedung von 159 ULF-Abiturienten in der St.-Josef-Kirche geübt. Die Verkürzung um ein Schuljahr bei gleichen Unterrichtsinhalten sei dem betriebswirtschaftlichen Verwertungsinteresse an Humanressourcen geschuldet – pädagogische Überlegungen hätten hier keine Rolle gespielt.

In Anbetracht der Konkurrenzsituation seien möglichst gute Noten gefordert – viele Schüler neigten deshalb zu einer „Lernbulimie“ – möglichst viel Wissen werde für ein möglichst gutes Ergebnis aufgenommen – und nicht nachhaltig abgespeichert. Außerdem stehe außer Zehn-Stunden-Schultagen nichts anderes mehr im Terminkalender. Die Schüler hätten kein Recht mehr, sich auch einmal zu langweilen. „Ich frage mich, ob wir als katholische Schule in Anbetracht solcher Tendenzen nicht widerspenstiger sein sollten.“

Kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen setzten sich auch die beiden Elternvertreter Dr. Martina Weiler-Berges und Dr. Martin Feltes auseinander. In einer Zeit des Überflusses nähmen die Angsterkrankungen stetig zu, so Weiler-Berges. Castingshows erzeugten das Gefühl, „dass wir unsere Möglichkeiten nicht genügend ausnutzen“. Die Gesellschaft liebe Erfolgsgeschichten und kenne vielfach nur noch höher, schneller, weiter. „Wir wollen Euch die Angst nehmen vor dem, was kommt. Springt und lasst Euch auf dem Weg nach unten Flügel wachsen“, riefen die Elternvertreter den frisch gebackenen Abiturienten zu.

Mit viel Humor verabschiedeten die Schüler des Jahrgangs elf, Gerrit Grotelüschen, Karina Stefan und Saskia Zygielo, die Abiturienten. Die Zeit des Lernens sei erst einmal vorbei – „wer weiß, ob Ihr Euch überhaupt noch daran erinnert“, schaute das Trio auf die jüngsten – feierintensiven – Wochen zurück.

Glaubt man der Bildershow „Abi Potter auf der Suche nach dem Stein der Weisen“ blickte der „schreckliche Jahrgang“ – vertreten durch Franziska Knagge, Simon Aumüller und Johannes Blömer – durchaus mit Freude auf seine Schulzeit zurück. Und dazu hat der Doppeljahrgang auch allen Grund, legte er doch mit der Durchschnittsnote von 2,61 das zweitbeste Ergebnis am ULF seit der Einführung des Zentralabiturs im Jahre 2005/ 2006 hin.

Carsten Mensing Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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